Das Kinderdepot in Krisenzeiten

Von Kindern kann man bei meinen beiden schon länger nicht mehr reden. Beide sind erwachsen und sind schon dabei oder fangen gerade an, sich zu entscheiden, wohin sie ihre ersten eigenen Schritte im Leben richten wollen. Allerdings überlassen sie die Verwaltung ihres Depots noch immer mir und ich darf wohl sagen, dass ich kein schlechter Vermögesverwalter war. Interessant wird es natürlich, wenn es an der Börse mal rumpelt, wie kürzlich. Zwar ist das von einem Crash (jedenfalls jetzt) noch weit entfernt, aber einen Vorgeschmack bekam man schon. Wie also hat das Depot abgeschnitten?

 

Ein konzentriertes Depot liegt vorn

Obwohl in den Depots nur acht Aktien liegen, haben sie beide mein eigenes mit 20 Aktien um über 3% geschlagen und das seit Jahresanfang, womit sie aktuell etwa bei einer Performance von knapp 4% liegen. Darüber hinaus sind sie im Februar auch nicht ganz so weit ins Minus abgetaucht, obwohl ich das nicht tagesaktuell verfolgt habe. Dass sie schon in den Jahren zuvor regelmäßig besser abgeschnitten haben als ich, erwähnte ich schon in meinem oben verlinkten Artikel. Ich finde das bemerkenswert, denn letztlich achte ich in den Kinderdepots noch sehr viel mehr auf Sicherheit und Qualität der Aktien und gehe weniger Risiken ein. Offenbar zahlt sich das aus. Und gerade mein Bauchgefühl spielt dabei eine große Rolle. Momentan sind die Depots sehr US lastig und nur ein deutscher Wert ist enthalten. Ungleichgewichte auf Grund von Kursschwankungen gleiche ich nicht aus, höchstens durch gezielte Nachkäufe. Hier die Zusammensetzung nach Gewichtung im Depot:

  1. CVS Health
  2. General Mill
  3. Johnson und Johnson
  4. Fastenal
  5. Dr. Hönle
  6. CPSI
  7. Cracker Barrel
  8. AT&T
  9. (Cardinal Health)

Im Depot meiner Tochter ist  jetzt als neunter Wert noch Cardinal Health hinzu gekommen. Bei meinem Sohn reichte der freie Cash noch nicht für einen Kauf. Verkauft wird dort sowie nichts, es sei denn Gefahr ist im Verzug. Wie ihr seht, hält sich mein Empfinden, was Risiko ist, nicht unbedingt an die üblichen Konventionen. Ein klassischer Portfoliomanager würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen speziell bei Werten wie Dr. Hönle oder CPSI. Doch das kümmert mich ehrlich gesagt nicht weiter, denn die Entscheidung muss letztlich ich allein treffen und dafür die Verantwortung tragen.

 

Langsamer Aufbau führt zum Ziel

Ganz genau habe ich das im letzten Jahr schon einmal beschrieben. Dort steht auch einiges über die Risiken und gesetzlichen Vorschriften.

 

Grundlage des Depots ist ein seit der Geburt der Kinder durchgehaltener Sparplan, der mit 100DM monatlich startete und sich dann mit 52€ fortsetzte. Anfangs war zu wenig Geld da, um überhaupt nur an Aktien zu denken. Aktien- oder Fondssparpläne wie man sie heute kaufen kann, gab es damals nirgends. Ganz am Anfang standen daher Festgeld oder Sparbriefe. Später dann wurden erste Investitionen in rentablere Anleihen gemacht, denn die brauchte ich nicht groß streuen. Später, als die Zinsen immer mickriger wurden habe ich nach und nach erste Aktien gekauft. Zunächst solche mit hoher Dividende, später dann auch andere Qualitätsaktien wie CVS. Letztlich hat die Nullzinspolitik dazu geführt, dass sich nur noch Aktien in den Depots befinden.

 

Ansonsten halte ich mich heute kurz, denn ich hatte einen kleinen Unfall, der meine Konzentration etwas beeinträchtigt. Passiert ist mir nichts ernsthaftes, nur bin ich seelisch und körperlich etwas durchgeschüttelt, denn ich habe ziemlich viel Glück gehabt. Also vergesst nicht das Leben zu genießen, es kann sehr schnell und unvermittelt zu Ende sein.

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Kommentare: 5
  • #1

    Volatilität (Dienstag, 15 März 2016 11:21)

    Life has terrible and unfair blows. Utilize them in a constructive fashion. (Charlie Munger)

    Gute Besserung und vielleicht ein kleiner Hinweis, keep it simple funktioniert wohl auch beim Kinderdepot, Qualität setzt sich durch, nicht die Quantität.

  • #2

    Schildkröte (Dienstag, 15 März 2016 12:48)

    Hallo Christian,

    zunächst erstmal gute Besserung! Ich hoffe, es geht Dir gut und Du wirst keine folgenden Schäden davon tragen?

    Hm, es gibt ja durchaus konzentrierte Depots mit lediglich 5 bis 10 Einzelwerten. Ich habe 21 Einzelwerte derzeit und 25 wäre für mich definitiv die Obergrenze. Diversifizierung ist wichtig, aber man sollte es auch nicht übertreiben. Je intensiver man ein Unternehmen analysiert hat, desto konzentrierter kann man ein Depot wohl gestalten. Bei speziellen Unternehmen ist es jedoch umso wichtiger, diese entspr. im Auge zu behalten, was bei langweiligen Dickschiffen etwas weniger relevant ist.

    Ohnehin ist auch die innere Diversifizierung wichtig. Ein Depot mit wenigen Mischkonzernen bzw. Beteiligungsgesellschaften kann (!) besser diversifiziert sein als ein Depot mit vielen Pure Playern. Aber sollte man Performance-Bremsen wie Nestlé oder Wal*Mart (evt. auch AT&T) über Bord werfen? In Krisenzeiten ist man nämlich froh über solche Stabilitätsanker.

    Gepanzerte Grüße

  • #3

    Oix (Mittwoch, 16 März 2016 14:23)

    Hallo,

    leider kann ich in dem Blog nicht auf "Seite 2" gehen bzw. mehr Artikel anzeigen

  • #4

    Christian (Mittwoch, 16 März 2016 15:15)

    Dafür gibt es das Archiv, da sind alle jemals geschriebenen Artikel drin.

  • #5

    Alexander (Mittwoch, 16 März 2016 18:38)

    Vorab, gute Besserung.
    Ich verwalte nebenbei das Depot meiner Frau und das meines Neffen. Die sind auch besser als mein Depot. Hier legen wir viel mehr Wert auf Sicherheit, auch wenn die Volatilität keine Rolle spielt. Es zahlt sich aus. Ich kann da nur auf 7 Jahre zurückblicken, aber anscheinend langt dieser Zeitraum, um einen Vergleich zu ziehen.

    Gute Investments
    Alexander