Das Kinderdepot

Steter Tropfen höhlt den Stein oder ein kleiner beständiger Sparbetrag gibt am Ende eine schöne Summe. Meine Eltern haben unseren beiden Kindern seit der Geburt jeden Monat einen festen Betrag überwiesen. Jetzt sind sie beide über 18, könnten also ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen, überlassen diese lästige Tätigkeit jedoch weiterhin mir. Mein Sohn möchte immerhin wissen, was sich im Depot befindet, während meiner Tochter das weitestgehend egal ist. Meine Erfahrungen mit der Geldanlage für Kinder möchte ich hier beschreiben.


Was vorher geschah ...

In den ersten Jahren, als unsere Kinder noch klein waren, lief das Geld auf ein ganz normales Sparkonto. Es musste sich ja auch erste einmal etwas ansammeln. Als das soweit war, stieg ich auf relativ kurzfristig Festgeldanlagen um. Die nächste Phase bestand in Unternehmensanleihen und das war schon etwas schwieriger, musste doch hier der Widerstand der Bankverkäufer überwunden werden. Das war mir zu der damaligen Zeit neu und mein Gespräch mit einer Dame bei der örtlichen Bank öffnete mir diesbezüglich die Augen. Inwischen hat es sich ja wohl herumgesprochen, dass derartige Gespräche reine Zeitverschwendung und eine Plage sind. Letztlich habe ich mich über die ständigen "ja abers" fast unhöflich hinweggesetzt und bestimmt, was gekauft wurde. Ein viertel Jahr später, als ich merkte wie hoch die Depotgebühren sind, bin ich mit den Depots zur Ing-Diba gewechselt.


Das ist bei Kindern mit einem gewissen bürokratischen Aufwand verbunden, lohnt sich aber auf jeden Fall. Mit Ausnahme von Termingeschäften und gehebelten Derivaten hat man freie Hand, was glaube ich nicht jede Bank so handhabt. Damals musste ich für meine Kinder die erste Steuererklärung machen, denn durch die Verlagerung des Depots wurde eine Zinszahlung dummerweise der Steuer unterworfen. Aber all diese Komplikationen lassen sich überwinden.


Wie nun jeder weiß, gab es bald auch auf Unternehmensanleihen nur noch Mickerzinsen, jedenfalls wenn man nicht volles Risiko gehen wollte. Also stand ich vor der Frage, ob ich auch für die Kinder ein paar Aktien ins Depot legen sollte.


Mündelsicher?

Will man für seine Kinder Geld in Aktien anlegen, begibt man sich juristisch auf dünnes Eis. Zwar gibt es die Bestimmung schon lange nicht mehr, die auch Eltern vorschreibt, Geld von Kindern nur „mündelsicher“ anzulegen, jedoch sind die Anforderungen an die Sicherheit immer noch sehr hoch. Zumal auch der Gesetzgeber dem Irrtum unterliegt, dass Wertschwankungen mit einem hohen Risiko gleichzusetzen sind. Es ist zwar nicht „verboten“ das Geld seiner Kinder in Aktien anzulegen, jedoch nur wenn die Streuung groß genug ist und das Geld auf ausreichend viele verschiedene Vermögensklassen verteilt wird.

 

Davon konnte und kann beim Aktiendepot meiner Kinder nicht die Rede sein. Aber erstens habe ich niemanden gefragt und zweitens hat niemand jemals mich danach gefragt. Und wer viel fragt, bekommt bekanntlich viele Antworten, was im meinem Fall unbedingt zu vermeiden war.

 

Das Ganze ist eine juristische Grauzone und die Sachlage ist wohl kaum eindeutig geklärt, was wohl auch daran liegt, dass es fast nie zu entsprechenden Verfahren kommt. Abgesehen davon hatte ich den Vorsatz, etwaige Verluste aus meiner eigenen Tasche auszugleichen, so dass ich das guten Gewissens durchziehen konnte. Wer das aber nachahmen will, sollte sich der juristischen Sachlage samt der damit verbundenen Risiken bewusst sein. Ich bin fein raus, meine beiden Kinder sind volljährig und alles ist gut gegangen, aber im Falle eines größeren Crashs hätte das ganz anders ausgesehen. Dieses Risiko gilt es unbedingt zu beachten.

 

Die Anlagestrategie

In der Regel ist die Investitionssumme bei Kindern begrenzt und auch bei meinen beiden war das der Fall. Das bedeutet aber, dass nur ein sehr konzentriertes Portfolio mit wenigen Werten in Frage kam. Anfänglich liefen auch noch Unternehmensanleihen mit, die bis zu Endfälligkeit gehalten wurden. Von der Anlagestrategie kamen nur Dividendenwerte in Frage, da diese Cash generierten, der entweder wieder investiert oder evtl. auch zu anderen Zwecken verbraucht werden kann. Auch musste (und muss) ich damit rechnen, dass meine Kinder das irgendwann alleine weiter durchziehen werden und es dass es daher besser wäre eine relativ einfache Strategie vorzugeben, die ohne allzu großen Zeitaufwand weitergeführt werden könnte.


Das Depot

Es wird niemanden überraschen, dass sich im Depot meiner Kinder nur Aktien befinden, die ich auch selbst in meinem Portdolio habe. Die einzige Ausnahme war im letzten Jahr die Münchner Rückversicherung, die dann aber zu Anfang des Jahres verkauft wurde (mit viel Glück für über 200€). Ansonsten gab es bisher fast keine Verkäufe, mit einer weiteren Ausnahme: Gesco. Die habe ich bei den Kindern übrigens früher verkauft als bei mir selbst, da hat mich mein Bauchgefühl angeleitet. Annsonsten wurde bei den Kindern nur aufgestockt bzw. hinzugefügt, um so langsam die Streuung etwas zu erweitern. Dazu war ich bei den Kindern auch sehr viel geduldiger, als bei mir selbst, so dass es längere Zeiten mit hören Cashpositionen gab. Die Rendite ist in etwa mit meiner vergleichbar, wenn man die Steuer mit einbezieht. Denn außer der 15%igen Quellensteuer auf Dividenden in den USA zahlen meine Kinder noch keine Steuern. Das wird sich aber möglicherweise bald ändern.


Aktuell sind 8 Werte in den Depots (Reihenfolge nach Gewichtung):


  1. CVS Health
  2. General Mill
  3. Johnson und Johnson
  4. Fastenal
  5. Dr. Hönle
  6. CPSI
  7. Cracker Barrel
  8. AT&T

Ein klassisches Dividendendepot ist das natürlich nicht. Dass Dr. Hönle und CPSI drin sind, dürfte den einen oder anderen überraschen, aber das ist Ansichtssache und dass ich CPSI für sehr sicher halte, habe ich anderweitig schon beschrieben. Bei Dr. Hönle gebe ich zu, dass es mein Bauch war, der entschieden hat und er hat sich dabei ganz gut geschlagen.


In eigener Sache

Übrigens feiert mein Blog dieser Tage sein einjähriges Jubiläum. Ich hatte nicht wirklich eine Ahnung worauf ich mich da einlasse und meine Hauptmotivation war es ja, etwas zu lernen. Und das habe ich auf jeden Fall erreicht, ich denke da an mein Stockpicker Manifest und an mein Bewertungssystem, dass ich ohne diesen Blog niemals so ausformuliert und ausgeklügelt hätte.


Hier werdet ihr niemals etwas kaufen können oder Werbung lesen. Letzteres ist etwas, was mich auf manchen anderen Blogs extrem nervt, wobei ich den entsprechenden Bloggern ihr damit verdientes Geld durchaus gönne. Dieser Blog wird auf jeden Fall eine private Sache bleiben und ich strebe nicht an, Tausende von Lesern zu erreichen. Ich maße mir auch nicht an, irgendetwas besser zu wissen, als jemand anderes. Von daher bin ich selbst gespannt, wie lange ich das hier noch betreiben werde. Schau mer mal, wie eine ehemalige Lichtgestalt zu sagen pflegte.

Kommentar schreiben

Kommentare: 14
  • #1

    Bastian (Montag, 23 November 2015 10:16)

    Erstmal vielen meinen herzlichen Glückwunsch zu deinem Jubiläum! Ich komme fast täglich hier vorbei und sehe was es neues gibt - ich finde deinen Stil äußerst interessant und freue mich auf weitere Einträge!

    Dieser Beitrag trifft genau auf mich zu, da ich ebenfalls zwei Söhne habe und überlege, was man mit Ihren Geldgeschenken, sowie einem kleinen Betrag, den ich jeden Monat auf Ihre Konten schicke, dauerhaft machen könnte. Mir war nicht einmal bewußt, dass es hier rechtliche Vorschriften gibt, - daher hätte ich noch ein paar Fragen:

    - würde der Gesetzgeber ein Investment in einen breit aufgestellten ETF (z. B. einen S&P 500, Eurostoxx 50 oder FTSE 100) als "ausreichende" Streuung ansehen? Oder müssen hier tatsächlich verschiedene Vermögensklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, etc.) gewählt werden?
    - laufen die Depots deiner Kinder schon immer auf Ihren Namen, und/oder wäre es rechtlich nicht viel einfach Sie auf den eigenen Namen laufen zu lassen (und die Kinder eventl. als Verfügungsberechtigte?)
    - wer müßte sich überhaupt darüber beschweren damit es zu einem Verfahren kommt - die Kinder? oder gibt es hier ein öffentliches Interesse?

    Vielen Dank und alles gute weiterhin mit deinem Blog. Btw - ich finde es persönlich nicht so schlimm, wenn in anderen Blogs auf dem einen oder anderen Link für Broker oder Software geworben wird. Für mich ist es nur recht und billig, wenn der Eigentümer des Blogs versucht zumindest einen Teil seiner Kosten wieder hereinzuholen, solange es nicht zu aufdringlich ist. Nichtsdestotrotz finde ich deinen Weg natürlich sehr angenehm... :)

    Beste Grüße

  • #2

    Christian (Montag, 23 November 2015 13:43)

    Hi Bastian, danke für deine Glückwünsche.

    Ich habe mich über die juristische Problematik im Prinzip einfach hinweggesetzt. Das Ganze ist nicht klar geregelt und es gibt meines Wissens auch keine Urteile. Wer sollte da auch klagen? Evtl. natürlich wirklich deine Kinder, wenn sie volljährig werden und merken, dass du ihr Geld "verzockt" hast, aber auch solche Fälle dürften naturgemäß extrem selten sein. Ganz aufschlussreich ist der Artikel "Mündelgeld" in Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCndelgeld), aber auch dort werden keine eindeutigen Antworten gegeben. Ich kann dir nur empfehlen, es so wie ich zu machen: Im Falle von Verlusten verpflichtest du dich vor dir selbst dazu, diese Verluste auszugleichen. Das beruhigt ungemein.

    Die Depots würde ich unter den Namen der Kinder laufen lassen, denn nur dann kannst du auch den ihnen zustehenden Freibetrag voll ausnutzen. Außerdem wird sich evtl. das Finanzamt melden, wenn du das Geld deiner Kinder von ihren Sparkonten (vorausgesetzt sie haben ein eigenes) auf eigene Sparkonten umleitest. Das darf man nämlich wirklich nicht. Ein volles Verfügungsrecht haben die Kinder sowieso noch nicht, denn bevor sie 18 sind, sind sie nicht voll geschäftsfähig und dürfen größere Anschaffungen nur mit deiner Zustimmung machen. Ausnahme Taschengeld. Wenn sie dann 18 sind müssen sie sich identifizieren mit Postident bzw. über Skype. Dann läuft alles ganz normal weiter. Schön bei einem Onlinekonto ist ja, dass ich jetzt noch nicht einmal eine Vollmacht brauche, um das Depot zu verwalten, die Zugangsdaten reichen.

    Es müssen bei Einrichtung eines Depots - falls vorhanden - beide Eltern/Sorgeberechtigten unterschreiben und man muss einen Auszug aus dem Familienbuch mitschicken. Das war es meiner Erinnerung nach schon. Was sich übrigens bei mir gelohnt hat, war der Depotübertrag durch die IngDiba, die dabei beiden Kindern je eine Werbeprämie von 50€ aufs Konto gebucht hat. Keine Ahnung, ob die das immer noch so machen.

    Du musst dir nur das Risiko bewusst machen und außerdem musst du dir darüber klarwerden, ob das Geld dann evtl. fürs Studium/Führeschein oder sonstwas eingesetzt werden soll. In letzterem Fall würde ich dann für Dreizehnjährige vielleicht nicht mehr unbedingt ein Aktiendepot einrichten, während bei Fünfjährigen da eher keine Probleme bestehen. Und es müssen sich beide Eltern einig sein. Also lieber einmal mehr nachdenken als einmal zu wenig.

  • #3

    Mario (Montag, 23 November 2015 15:56)

    Der Beitrag betrifft mich inhaltlich zwar nicht, da ich keine Kinder habe, aber ich freue mich trotzdem immer, wenn mal ein blogger ein wirklich ungewöhnliches Thema aufgreift.

    Glückwunsch zum einjährigen. Bei mir sind es im Februar 5. Ich kann verstehen, dass du auf Werbung verzichten willst, habe ich am Anfang auch gemacht. Für mich war es irgendwann ein Teil des "was lernen wollen". Deshalb findet sich bei mir im blog ein bisschen Werbung. Einfach weil ich Lust hatte auszprobieren, wie das geht. Ich will allerdings auch niemanden nerven, deshalb ist die Werbung so dezent, dass finanziell bei mir praktisch nichts rum kommt. Deshalb sind woanders die Werbemaßnahmen wahrscheinlich penetranter.

    Was in meinen Augen gar nicht geht, sind "Artikel", bei denen man sich eigentlich schon denken kann, dass es nur darum geht gegen Bezahlung ein Produkt vorzustellen oder einen Link einzubauen, der Provision gibt, wenn er angeclickt wird. Offen gelegt, finde ich es völlig legitim, aber versteckt geht für mich gar nicht.

  • #4

    DivSky (Montag, 23 November 2015 23:56)

    Ein schöner Beitrag und ein Thema was für Eltern wohl immer interessanter werden dürfte.

    Auch interessant, weil er aus der eigenen Perspektive ist. Ich will versuchen, noch ein paar Details zu liefern.

    Vorab aber ein Blick auf das Kinderdepot. Ich frage mich, warum Du die Quellensteuer verschenkst? Ich würde nicht auf den Gedanken kommen, etwaige Aktien zu beziehen,
    die eine Quellensteuer auf sich ziehen. Also sprich bis zum 18. Lebensjahr, würde ich ein Portfolio ohne Quellensteuer aufbauen.
    Das hat meiner Ansicht den Vorteil, das die Rendite höher ist. Kann natürlich täuschen, denn deine starken Dividendenpferde CSPI und AT&T sind gemäß der Dividendenrendite
    und Qualität meiner Meinung eine gute Wahl. Wobei ich CSPI noch nicht so wirklich auf dem Radar hatte. Aber bei den anderen Werten,
    frage ich mich warum? Gibt es nicht genug europäische Aktien?

    Für unser Kind haben wir auch ein Depot angelegt. Wir sehen es langfristig als die einzige Möglichkeit, einen Mehrwert zu schaffen und dem Kind später eine möglich sinnvolle
    Strategie mitzugeben, für das Alter vorzusorgen.
    Wir sind natürlich erst am Anfang mit einem Jahr und freuen uns auf die nächsten Jahre. Neben zwei Wertpapiersparplänen, die lange laufen sollen, kommen zwei mal im Jahr
    extra Aktienkäufe hinzu.
    Wir haben uns erstmal für UK entschieden, da keine Quellensteuer abgezogen wird und somit die Bruttodividende gleich Netto ist.


    Als Wertpapiersparläne laufen:
    GSK
    BP

    Gekauft wurden:
    Shell
    NMM



    Sobald das Kind 18 Jahre ist, werden wir als Duo (Vater+Kind) auch u.a. USA-Aktien mit ins Depot aufnehmen.


    Zu den Details. Wir sind bei der Consorsbank. Ist für Eltern die ein Kinder-Depot anlegen wollen, aus heutiger Sicht nur zu empfehlen, wenn man Wertpapiersparpläne anlegen möchte.
    Denn das große Manko, womit ich zu kämpfen habe, ist die subjektive Risikoklasseneinordnung des Kindes. Wir sind auf RK 3 gesetzt. Eine
    Shell ist gem. der Consorsbank mit RK 4 eingestuft. Somit konnten wir die Aktie nicht direkt über das Depot vom Kind einkaufen. Es gibt
    zum Glück einen anderen Weg. Wir haben die selber eingekauft und dann dem Kind übertragen unter dem Punkt der Schenkung. Der Nachteil ist,
    dass der Freibetrag sinkt und dieser Prozess total unlogisch ist!
    Bei den Wertpapiersparlänen war auch nur BP mit RK3 sofort einrichtbar. Für GSK konnten wir keinen Wertpapiersplan direkt anlegen. Somit läuft er
    momentan über uns und der Übetragungsprozess wird wie bei der Shell-Aktie vorgenommen.
    Mittlerweile gab es gemäß einer Überprufung, diversen Schriftverkehr und Telefonaten, wenigstens da ein einlenken. Demnächst wird GSK auch über
    das Kinderdepot laufen können.
    Wer ein neues Depot für ein Kind anlegen möchte, sollte sich die DAB Bank ansehen. Dort sollen RK 3+4 direkt über das Kinderdepot einkaufbar sein.Wir
    sind am überlegen ob ein Wechsel sinnvoll ist.


    Ein Ergänzung fällt mir allgemein noch ein und sollte erwähnt werden. Sollte der Freibetrag von 801 Euro über das Kinderdepot ausgeschöpft sein, dann beim
    zuständigen FA eine N(icht)V(eranlagungs)-Bescheingung anfordern. Damit kann das Kind ca. 5500 Euro/Jahr steuerfrei an Dividenden kassieren.


    Würde mich freuen, nächstes Jahr wieder über das Kinderdepot zu lesen. Die Entwicklung ist doch interessant.Natürlich auch hinsichtlich wie deine Kinder
    sich entscheiden, ob Sie das weiterführen oder alles auf den Kopf hauen! Vielleicht kannst du noch den einen oder anderen Tipp geben, wie Du deine Kinder darauf vorbereitet hast und versuchst Ihnen den richtigen Weg aufzuzeigen?

  • #5

    Bastian (Dienstag, 24 November 2015 13:14)

    Vielen Dank für die Antworten & auch an DivSky für die ausführlichen eigenen Erfahrungen!

    Aktuell läuft das Geld meiner Kinder in meinem Depot mit. Das ist soweit noch kein Problem da ich erst im April mit meinen Investments begonnen habe und unsere Kapitalerträge derzeit (leider?) noch nicht den Sparer Pauschbetrag überschreiten. Daher wird es auch bei uns eventl. dann so laufen, dass ich Ihnen Ihren Anteil am Depotwert in Aktien per Schenkung übertrage.

    Ich bin Kunde bei der DAB Bank und habe gerade einmal nachgefragt, - ETF Sparpläne sind gewohnt kostenlos, allerdings bei Aktiensparplänen würden 2,50€? pro mtl Ausführung fällig werden... Das ist mir eindeutig zu teuer, da ich jedem meiner Söhne mtl gerade mal 15€ aufs Konto schicke. Generell gefällt mir aber die Idee mit den ETF-Sparplänen, etwaige dazukommende Aktieninvestments kann man dann ja auch nur 1-2x pro Jahr machen. Das geht dann für 4,95€ pro Trade (über L&S ohne sonstige Zusatzkosten) und ist aktzeptabel. Risikoklassen für die einzelnen Aktien gibt es laut Auskunft bei der DAB angeblich nicht, - lediglich Optionen, Derivate o.ä. sind für die Juniorkonten nicht zu handeln (sollte eh klar sein). Die Auskunft war generell leider eher dünn, lag aber offensichtlich auch daran das solche Fragen wohl fast nie gestellt werden. Die nette Dame am Tel konnte mir auch erst nach längerer Rücksprache überhaupt antworten.

    Werde mal mit meiner Frau über die Sache reden und dann ggf. die Zusatzkonten einrichten.

    Vielen Dank euch allen für die guten Tipps - wer noch welche hat gerne her damit!

    BG

  • #6

    Schildkröte (Dienstag, 24 November 2015 14:41)

    Hallo Christian,

    zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum einjährigen. Ich erkenne da einen versteckten Hinweis, dass Du Deinen Blog nicht ewig führen willst? Wäre schade, wenn Du hier die Segel streichen solltest. Ich finde, Dein Blog ist eine angenehme Abwechslung zu den vielen anderen Blogs, da er nicht so Mainstream ist. Mit Werbung hätte ich kein Problem. Wichtig ist nur, dass der Artikel nicht unterschwellig für irgendwas Werbung macht. Mit ein bisschen Erfahrung durchschaut man sowas. Und eine handvoll fundierte Leserkommentare sind hilfreicher als zig Wortmeldungen wie "Gefällt mir" oder "ich habe Nestlé sowie Münchener Rück im Depot".

    Aktien sind in Deutschland leider wenig populär. Bei "normalen" Zinsbedingungen sind Festgeld und Anleihen natürlich völlig in Ordnung. Aber auch dann sollten Aktien zumindest als Beimischung zum Vermögensaufbau bzw. zur Altersvorsorge beitragen. Zwingen kann man einen dazu natürlich nicht. Vielleicht wächst ja später mal das Interesse Deiner Kinder an (denen von ihnen gehaltenen) Aktien.

    Gepanzerte Grüße

  • #7

    Christian (Dienstag, 24 November 2015 15:15)

    Danke an alle und speziell an Div Sky, für den ausführlichen Kommantar.

    Dass sich manche Direktbanken mit Aktienkäufen für Kinderdepots schwer tun, habe ich schon von anderer Seite gehört, wusste aber nicht mehr so genau, welche Bank das betraf. Bei der Ing-Diba war das alles kein Problem. Eben nur Optionsscheine etc. gehen nicht, wie Bastian auch schon bemerkte. Nur bei den Sparplänen gibt es bei der Ing-Diba nicht so viel Auswahl.

    Zur Quellensteuer: Gute Dividendenaktien sind leider in Deutschland dünn gesät. Ich lege dabei ja nicht nur Wert auf die Dividende, sondern auch auf die Qualität des Unternehmens. Und in Bezug auf meine Kinder bin ich da nicht bereit, Kompromisse einzugehen. Und letztlich sind es ja auch nur 15% von der Dividende, das muss man dann einfach in Kauf nehmen. Es geht mir bei der Aktienanlage zwar schon auch um die Dividende, aber eben nicht nur. Ich ärgere mich z.B. immer noch darüber, zu Jahresanfang nicht Starbucks gekauft zu haben. BTW: Was ist NMM?

    Danke für den Hinweis mit der Befreiung. Da kann ich dann mal meine Kinder hin schicken, schließlich sind sie ja schon volljährig.

    Meine Kinder interessieren sich kaum für das Geld, ausgenommen, es tauchen spezielle Wünsche auf. Aber dann haben sie versucht sich was dazu zu verdienen. Auf den Kopf werden sie das kaum hauen, dazu hätten sie ja schon jetzt die Gelegenheit gehabt. Ich habe ihnen schlicht "verboten" was zu verkaufen. Dieses verbot wird erst dann ins Wanken kommen, wenn wirklich mal eine größere Anschaffung ins Haus steht, die nicht zu verhindern ist.

    Mir reicht es eigentlich, dass beide wissen, dass es da eine andere Welt außerhalb des Tagesgeldkontos gibt und dass diese Welt nicht so gefährlich und verrufen ist, wie man allgemein hört. Intelligent genug, um sich da einzuarbeiten, sind sie, wobei sich mein Sohn bei weitem mehr damit beschäftigt, was ich da mache, als meine Tochter. Ich verspreche euch auf dem Laufenden zu halten, wobei sich das bei beiden etwas langsamer und gemächlicher entwickelt, als bei mir.

    @ Bastian: Das mit den Aktiensparplänen wäre mir auch zu teuer. Zu überlegen ist auch, ob man nicht lieber warten sollte, bis sich eine gewisse Summer angesammelt hat (ca. 1000€), sonst fressen einen die Transaktionsgebühren auf. Un das Kinderdepots mit Aktien drin in Deutschland eine Ausnahme sind, überrascht mich jetzt nicht. Vielleicht hat sich auch deshalb niemand um mein Anlageverhalten gekümmert?

    @ Schildkröte: Steht da was zwischen den Zeilen? Ewig werde ich das sicher nicht machen, aber ich denke doch noch eine ziemlich lange Zeit. Der Blog hat mir doch sehr dabei geholfen zweimal hinzusehen und genauer zu analysieren. Und solange er diesen Zweck erfüllt, bleibe ich dabei. Diese gewisse Selbstdisziplin fehlt mir nämlich.

  • #8

    Volatilität (Dienstag, 24 November 2015 16:02)

    Habe für meinen Sohn (<1) ebenfalls ein Onlinedepot (comdirect) eröffnet und bespare einen einfachen Dividenden-ETF von ishares mit 50 EUR pro Monat, da sind immerhin weltweit 100 Titel drinnen und ob der jetzt out- oder underperformed ist jetzt nicht so entscheidend. Dazu gab es eine geldwerte Förderung und ein Laufrad geschenkt, also ganz nett ;-).Gerade was die lange Anlagezeit von mindestens 18 Jahren mit sich bringt, sehe ich da überhaupt keine Probleme. Ob es dann 7,8,9 % p.a. werden, sei mal dahingestellt. Ich denke es wird eher zuviel Geld sein für dieses Alter, da ist die Erziehungskompetenz gefragt. Ich hoffe ich versage nicht völlig ;-)

  • #9

    Covacoro (Dienstag, 24 November 2015 21:16)

    Hallo,
    auch ich führe 3 Kinderdepots, derzeit bei der DAB bank, aber diese wird ja bald mit der Consorsbank verschmolzen. Bisher konnte ich dort alles handeln, was ich wollte, habe aber seit 5 Jahren die gleiche Strategie. Für die Kinder habe ich als Basisanlage den ARERO bespart (ETF-Fonds von Prof. Weber), ohne Gebühren/Ausgabeaufschlag per Sparplan. Als Aktie schlummert die EUWAX im Depot, die konstant eine Dividende von 3.26 Euro ausschüttet (seit dem Beherrschungsvertrag) und lange Zeit eine Dividendenrendite von ca. 6% aufwies, Kauf war so 2003 rum. Mittlerweile schon sehr stark auf 70+x Euro gestiegen. Und da alle guten Dinge "drei" sind, habe ich seit 2013 noch mein Wikifolio in das Depot gelegt. Damit bekommen meine Kinder sozusagen meinen Value-Anlagestil in einem Zertifikat und müssen sich um nix kümmern. Kaufgebühren sind da L&S Starpartner bei der DAB ist, mit nur 4.95Euro flat recht günstig, da kann man mit Raten von 100 Euro alle x Monate gut hantieren. Natürlich ist das Zertifikat nicht umsonst, hat Vor- und Nachteile, z.B. auch das Käufe/Verkäufe im Zertifikat ohne steuerliche Abzüge oder Transaktionskosten ablaufen. Vielleicht schreibe ich dazu mal was auf meinem Blog. Christian - auch von mir noch alles Gute zum 1-jährigen Jubiläum!
    Grüße Covacoro

  • #10

    Alexander (Dienstag, 24 November 2015 22:21)

    Hallo Christian,
    auch von mir Glückwunsch zum Einjährigen. Das mit der sicheren Anlage habe ich nicht gewusst. Ich habe meinem Neffen aus Ermangelung eigener Kinder ein Depot eingerichtet. Ebenfalls bei der Ing-Diba, was problemlos lief. Zugangsdaten habe natürlich ich und der Kleine (6 Jahre) weiß noch gar nichts von seinem Glück. Ich spare jeden Monat 20 € für ihn und er hat inzwischen 2 dividendenstarke Einzeltitel drinnen. Bald kommt der dritte Titel dazu. Da ich das Geld einzahle und anlege, lasse ich mir von niemanden reinreden. Ich weiß sehr wohl um die Verantwortung. Jedenfalls bekommt er es mit 18, egal wie viel Vermögen sich angehäuft hat^^

    Zur Werbung. Ich habe auch Werbung geschaltet und wie bei Mario, es war einfach Neugierde. Wie geht das? Krieg ich das hin? Die Werbung habe ich aber nur rechts außen plaziert, damit der Textfluß nicht gestört wird. Reich wird man damit nicht, aber es macht Spass zu sehen, wenn wieder ein paar Cent zusammen kommen.

    Ich halte es auch wie Du, ich gestalte den Blog nach meinen Ideen und Gedanken, ich will da gar nicht etwas Großes aufziehen. Aber gerade die Individualität heben die Blogs voneinander ab und das ist gut so.

    Mach mal noch ein paar Jahre weiter, ich lese gern bei Dir mit.
    Alexander

  • #11

    Christian (Mittwoch, 25 November 2015 09:14)

    Interessant wie unterschiedlich ihr das handhabt und Danke für die Glückwünsche. Sparpläne sind wohl bis zu einer bestimmten Summe das Mittel der Wahl, nur gab es die in dieser Weise von 18 Jahren noch nicht und auch von ETFs war zu dieser Zeit noch nicht viel zu erkennen. Da hat sich doch echt viel getan.

    @ Vola: "Ich denke es wird eher zuviel Geld sein für dieses Alter, da ist die Erziehungskompetenz gefragt. Ich hoffe ich versage nicht völlig"
    Meine Erfahrung damit ist die, dass das Vorbild zählt und etwaige Instruktionsversuche unnütz sind. Wer sich als Eltern selbst eher über das Materielle definiert, dessen Kinder werden das nachmachen und umgekehrt.

  • #12

    Philipp (Sonntag, 20 Dezember 2015 13:40)

    Nach dem ich jetzt viel hier gelesen habe, wollte ich auch ein wenig schreiben. Bei mir ist es 2016 mit dem Nachwuchs soweit und auch ich überlege schon, wie ich den Kleinen bis der groß wird, einige Werte aufbauen kann. Ein Sparschwein oder Sparbuch halte ich nicht für sinnvoll. Zu Einem bin ich der Meinung, dass es den EUR in 18 Jahren nicht mehr gibt. Zum Anderen, sollte ich mich irren, will ich nicht wissen, wie hoch die Inflationsrate ist. Langfristig wird es wohl auch auf ein Depot hinauslaufen, allerdings warte ich noch auf einen günstigen Zeitpunkt hiermit anzufangen. Momentan würde ich in den Aktienmarkt nicht mehr einsteigen.

  • #13

    Traders Joe (Samstag, 16 Januar 2016 20:42)

    Ja, dass mit der Geldanlage für die Kinder ist keine einfache Angelegenheit, machen wir alles richtig? vermehrt sich das angelegte? sind die ausgewählten Fonds und Aktien die richtige Wahl?
    Es sind viele Fragen die wir uns alle hierbei stellen können.
    Meiner Meinung nach ist es richtig in Dividendenarisokraten und funktioniernde Fonds zu investieren.
    Ich lege einen Teil der Kinder monatlich in einen VR-Spar Concept Fix an. Meine Tochter hat noch eine zu akzeptiernde Grundverzinsung (Vertrag läuft seit Septemer 2003). Bei meinem Sohn, wo der Vertrag drei Jahre später abgeschlossen wurde ist die Verzinsung gen Null.
    Dies soll eine Basis bilden. die restlichen EURO werden in Fonds und mittlerweile in AT&T, JnJ und General Mills angelegt.
    Ich freue mich wenn die Dividenden gebucht werden und hierdurch weitere Aktien (wenn genügend angespart ist) hinzuzukaufen.

    @Philipp, es ist leider so, dass man nie den richtigen Zeitpunkt findet, fange jetzt damit an und bespare ETFs oder Fonds

  • #14

    Christian (Sonntag, 17 Januar 2016 12:45)

    In der Regel muss ja auch erst einmal ein gewisser Betrag zusammenkommen, bevor es sich überhaupt lohnt an die Börse zu gehen. Und dann ist die Diversifizierung ein Problem. Von daher sollte man vielleicht mit einem einfachen Geldsammelinstrument anfangen und kann dann nach einigen Jahren dazu übergehen, Einzeltitel zu kaufen.