Depotübersicht September 2015

Die kriselnde Autobranche, aber nicht nur die, hat dafür gesorgt, dass es auch in diesem Monat nochmal deutlich mit den Kursen nach unten ging. Auch wenn mich das zugegebenermaßen ärgert, so stehe ich doch dem Ganzen einigermaßen gelassen gegenüber. Nächstes Jahr oder auch in 5 Jahren sieht alles wieder ganz anders aus. Und dass es nach drei Jahren mit über 20% Gewinn (nach Steuern) irgendwann mal abwärts gehen muss, ist ein Fakt.

Aber jetzt zu den Zahlen: Noch befindet sich das Depot im Plus und zwar mit 3,7% nach und mit 8,7% vor Steuern. Wenn es so weiter geht, wird noch die Steuer dafür verantwortlich sein, dass ich buchtechnisch im Minus bin. Das Ganze ist nach IZF auf das Jahresende gerechnet.

 

Die Performancenetwicklung nach (TTWR)

Das mit Portfolio Performance berechnete Diagramm wird nach der TTWR Methode berechnet, denn ein Vergleich mit einer Benchmark wäre sonst nicht korrekt. Als Benchmark dienen mir übrigens nicht der DAX bzw. der S&P 500 selbst, sondern jeweils ein ETF.

 

Schwarz: Mein Depot (nach Steuern)

Blau: DAX30

Rot: S&P 500

 

Die Performance und Zusammensetzung im Detail

Zum Vergrößern einfach anklicken.


Die Einzelperformance bezieht sich auf meinen Gewinn und Verlust bezogen auf den Jahresanfang (nach IZF), Nachkäufe und Verkäufe wurden mit einbezogen.

 

Dividenden

Zwei Unternehmen haben in diesem Monat Dividenden gezahlt: Johnson & Johnson und meine frisch zugekaufte Sonoco. Damit kratzen die Dividenden langsam an der 3000er Marke, haben sie aber noch nicht überschritten.

Meine Aktien:

 

Diesmal zur Feier des Quartalsabschlusses eine kleine Übersicht über die insgesamt 20 Einzelaktien. Fasll vorhanden, habe ich weiterführende Artikel verlinkt.

 

AAP Implantate:

Bei Unternehmen wie diesem wundert es mich immer wieder, dass sie fast ebenso von der Börsenbaisse mitgenommen werden, wie irgendein zyklisches Unternehmen. Natürlich bieten sich dadurch auch Kaufgelegenheiten, doch ärgerlich ist es trotzdem, speziell wenn man nicht weiter zukaufen möchte. Das Risiko in diesem Wert ist hoch, da die weitere Entwicklung vor allem von einer Produktlinie abhängt (LOQTEC). Und da kann immer mal was schiefgehen.


AT&T:

Das große Telekomunternehmen in den USA ist von den Turbulenzen eher unbeeindruckt, wenn auch hier die Kurse etwas gefallen sind. Mit einer Dividendenrendite von aktuell 5,7% und einem einigermaßen stabilen Geschäftsmodellmit geringer Wachstumsrate, bleibt es ein Basisinvestment. Für mich ein geeigneter Anleihenersatz, allerdings mit Währungsrisiko.Ich habe gerade festgestellt, dass ich zu AT&T noch gar keine Analyse geschrieben habe, vermutlich weil es mir zu langweilig ist. Nur über den Zukauf von Direct TV habe ich geschrieben.


Cewe:

Cewe ist leider ein Spielball der Kurzfristtrader, anders kann ich mir die heftigen Kursschwankungen bei dieser Aktie nicht erklären. Vor allem, da sich die Entwicklung des Geschäfts immer erst mit dem letzten Quartal im Jahr entscheidet, denn Fotobücher werden bevorzugt vor Weihnachten in Auftrag gegeben. Es passiert das ganze Jahr über nichts, das irgendwie eine Kursreaktion erzeugen könnte. Die Saisonalität des Geschäftes wird zwar durch den Aufbau des neuen Geschäftsfeldes Onlinedruck gemindert, aber noch trägt letzterer nur wenig zum Ergebnis bei, im Gegenteil. Für Cewe gibt es daher nur einen wirklich wichtigen Termin im Jahr: Den Bericht für das letzte Quartal des Jahres, einhergehend mit dem Jahresbericht. Dann werde ich mich auch hier mal eingehender mit Cewe befassen, aber bis dahin geht es noch eine Weile.


CPSI:

Nachdem CPSI, das Softwareunternehmen, das sich auf die ganz kleinen Kliniken (rural hospitals) in den USA konzentriert hat, weiterhin mit guten Nachrichten auf sich warten lässt, ist der Preis ziemlich weit zurückgegangen. Die Hoffnung, dass sich die Lage, die sich durch Änderungen von Regelungen der Gesundheitsbehörden in den USA ergeben hat, noch in diesem Jahr ändert, hat sich zerschlagen. Mein Nachkauf war leider etwas zu früh. Aber es besteht Anlass zur Hoffnung, dass sich die Lage im nächsten Jahr dreht. Vertröstet wird man derweil mit einer schönen Dividende, die zum aktuellen Kurs mit einer Rendite von 6% glänzen kann.


Cracker Barrel:

Siehe dazu den letzten Beitrag.


CVS Health:

Zu diesem Qualitätsunternehmen (Infos dazu hier und hier) gibt es aktuell nicht viel zu sagen, außer, dass gerade die nicht unerheblichen Aquisitionen umgesetzt und verdaut werden müssen. Die Wachstumsperspektiven sind durch die Aquisitionen bestätigt worden.Interessant dürfte sein, wie schnell es das Unternehmen schafft die gewachsene Verschuldung wieder abzubauen.


Dorman Products:

Bei dieser Aktie war von den Turbulenzen fast gar nichts zu spüren. Was das Unternehmen macht, habe ich hier beschrieben. Die dort beschriebenen Sachverhalte bleiben weiterhin gültig.


Dr.Hönle:

Einer der wenigen deutschen kleinen Hightechunternehmen, die nicht direkt von der Automobilbranche abhängen. Da Dr. Hönle aber ohne Zweifel ein zyklisches Unternehmen ist, ist es natürlich auch von den aktuellen Turbulenzen betroffen. Dennoch hält es sich unverdrossen mit an der Spitze der besten Unternehmen in meinem Portfolio und hilft Verluste bei anderen Aktien auszugleichen. Es gab erst kürzlich einen neuen Quartalsbericht, der die bisherigen Prognosen bestätigt. Es sieht gut aus bei Dr. Hönle.


Fastenal:

Erst kürzlich gekauft und hier wurde darüber berichtet. Nichts Neues.


General Mills:

Das Unternehmen ist immer noch relativ hoch bewertet. Zwar ist der Kurs zuletzt wieder etwas heruntergekommen, doch bietet es sich aktuell nicht unbedingt für einen Nachkauf an. Das stabile Geschäftsmodell und die Dividendenrendite über 3% sprechen aber unbedingt für ein weiteres Halten. Bei weiterem Seitwärtsverlauf mit Anpassung der Bewertung, könnte ich mir eine Aufstockung aber durchaus vorstellen.


Init:

Obwohl es über Init momentan keine neuen Informationen gibt, macht der Kurs ständig Bocksprünge rauf und runter. Natürlich ist die Aktie nicht unbedingt die liquideste, aber dieses Reaktionen lassen auf einen sehr nervösen Handel schließen. Zyklisch ist die Aktie höchstens indirekt: Das Unternehmen hängt an den öffentlichen Kassen. Der Finanzchef hat sich übrigens von einigen seiner Aktien getrennt, was aber nichts bedeutet, vielleicht kauft er sich gerade ein Haus. Die Masse der Aktien liegt noch immer in den Händen der Gründerfamilie.


Johnson und Johnson:

Zum aktuellen Kurs wäre ein Nachkauf zu überlegen. Aber da ich aktuell nicht über Liquidität verfüge, bleibt es bei der Überlegung.


M.A.X:

An der Situation des Unternehmens hat sich seit dem Kauf nichts geändert. Bemerkenswert ist vielleicht, dass das Untrnehmen zwar teils von der Automobilbranche abhängt, aber eben kein Teilezulieferer ist, sondern Produktionstechnik herstellt. Für solche Feinheiten hat Mr. Market aber wohl keinen Sinn. 

 

Nabaltec:

Noch so ein stiller Highflyer im Depot. Völlig unspektakulär macht das Unternehmen in Sachen Performance Starbucks Konkurrenz. Aber bei diesen Aussichten, wen wundert es?

 

Paion:

Noch immer die kleinste und sicher auch riskanteste Position im Depot. Abwarten heißt hier die Devise. Momentan wird die klinische Studie Teil 3 in den USA durchgezogen, die das von Paion propagierte Remimazolam als sicherere und vor allem wirtschaftliche Alternative für das bisher verwendete Propofol darstellen soll.

 

Parexel:

Das Unternehmen steht auf gesunden Füßen und zukünftiges Wachstum ist absehbar. Hier die die letzten Nachrichten. Die Vorstellung des Unternehmens findet ihr hier.

 

Schweizer Electronic:

Ein Autozullieferer, was soll man dazu noch mehr sagen. Ein Qualitätsunternehmen, bei dem ich jetzt Durchhaltevermögen beweisen muss. Die letzten wesentlichen Meldungen wurden hier kurz abgehandelt. Auch hier habe ich noch keine Analyse erstellt.

 

SHW:

Hier ist vorerst alles gesagt. Was die Bewertung angeht: So lange niemand weiß, wie sich die VW Krise auswirken wird, bleibt eine belastbare Prognose Kaffesatzleserei. Wer das Risiko nicht scheut: Stärker haben die Kanonen bei SHW noch nicht gedonnert und mir scheint wir haben den Boden erreicht.


Sonoco:

Einer meiner letzten Käufe. Im allgemeinen Abwärtsgang der Börsen ist auch Sonoco nicht verschont geblieben. An der hier beschriebenen Lage hat sich nichts geändert.


Starbucks:

Auch Starbucks ist ein klein wenig zurückgekommen, aber nicht viel. Das Unternehmen bleibt auf Wachstum gepolt, was sich in der hohen Bewertung niederschlägt. Das Risiko ist nicht zu unterschätzen, dass mal was schiefgeht. Wie VW gezeigt hat, kann man unerwartete Hiobsbotschaften bei Unternehmen leider niemals aussschließen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Covacoro (Mittwoch, 07 Oktober 2015 19:35)

    Danke für die detaillierte Besprechung der Einzelwerte.