Verkauf GFT Technologies und Unilever: Mein Bewertungssystem im Praxistest.

In einem früheren Beitrag hatte ich mein neues Bewertungssystem vorgestellt. Das berechnet, wie viele Jahre es dauert (Paybacktime), bis sich ein Investment selbst finanziert hat. Der über die Jahre kumulierte Gewinn pro Aktie wird mit den Dividenden addiert, bis der Kaufkurs erreicht ist. In einer Tabelle lese ich dann ab, wie lange das dauert.


Wesentlicher Punkt bei der Berechnung ist das jeweilige Gewinnwachstum, das in die Formel Eingang findet. Damit bin ich in der Lage wachstumsstarke, wachstumsschwache und Dividendenaktien direkt zu vergleichen. Inzwischen hat sich eine Art Gefühl dafür entwickelt, welche Bewertung günstig ist und welche nicht. Die erste praktische Konsequenz ist der Verkauf von GFT und Unilever, die ich beide für überbewertet halte. Aber dazu erst am Ende des Artikels.

 

Das neue Gesicht des Bewertungssystems

An der Berechnung hat sich nichts geändert, nur das System selber habe ich etwas umgestellt, um nicht mehr jedes mal neu die Dividenden eingeben zu müssen. Ich habe die bisher getrennten Formeln zusammengefügt. Mein neues Excelsheet sieht so aus, mit nach rechts offenem Ende:

Zur Erklärung: In den ersten drei Spalten neben dem Namen stehen die Daten, mit denen die Formel gefüttert wird.


Wachstum:

Erwartetes Wachstum in den nächsten zwei Jahren (Ein Schätzwert, ich greife dabei in der Regel auf Analystenschätzungen zurück, mache es manchmal aber auch selbst). 10% Wachstum ergibt z.B. einen Wachstumsfaktor von 1,1, 25% von 1,25


Dividende:

Die aktuell prozentuale Dividendenrendite


Div. Wachst:

Das erwartete Wachstum der Dividende, weicht nur in Ausnahmefällen vom Gewinnwachstum ab (bei keiner Dividende muss hier trotzdem ein Wert größer 1 stehen, sonst streikt die Formel, daher gebe ich willkürlich 1,1 ein, der Wert ändert sowieso nichts.)

 

Die Formel

Die Anwendung ist im Prinzip gleich: Ich nehme den aktuellen PE (KGV) Wert aus der vierten Spalte („PE verg. Jahr“) und suche ihn weiter rechts in der gleichen Zeile. Dort lese ich oben ab, wie viel Paybackjahre es mit der aktuellen KGV Bewertung braucht, bis ich mein Investment wieder herausbekommen habe. Das Ergebnis seht ihr in der gelben Spalte. (Die Tabelle ist nach 6 Jahren abgeschnitten, die wäre hier sonst viel zu groß. Bei mir geht sie bis zu 12 Jahre.) Die Formel in der Tabelle ist im Gegensatz zu meiner Ursprungstabelle um das Dividendenwachstum erweitert. Sie sieht jetzt so aus:


=(($G81*($H81*((POTENZ($H81;L$80)-1)/($H81-1)))/100)+1)*($F81*((POTENZ($F81;L$80)-1)/($F81-1)))


(Ich habe der Einfachheit und meiner Faulheit zuliebe die Originalbezüge nicht geändert.)


Rot: Dividendenanteil (musste man früher getrennt eingeben)

Grün: kumulierter Gewinn pro Aktie

$G81: Dividendenrendite

$H81: Dividendenwachstum

L$80: Zahl der Jahre

$F81: Gewinnwachstum


Wie ich auf diese Formel gekommen bin, kann man hier nachlesen. Dort wird alles im Detail erklärt. Die einzelnen Daten zu den Aktien muss man sich natürlich immer noch mühsam zusammensuchen, nur die Kurse lasse ich automatisch aktualisieren. Wer Fragen hat, kann mich ja gerne per Email kontaktieren. Vielleicht werde ich dort demnächst eine aktualisierte Form der Exceltabelle zum Herunterladen einstellen. Die Bezüge muss sich aber sowieso jeder selbst anpassen.


Verkauf GFT und Unilever

Beide sind ja strategiemäßig nicht verwandt. Unilever ist eine klare Dividendenaktie, die man nach der reinen Lehre eigentlich nicht verkaufen sollte. Nun ist Unilever seit Anfang des Jahres um 24% im Wert gestiegen, was in etwa 8 Jahren Dividende entsprechen würde. Die Paybackzeit ist mit dem Kurs auf über 11 Jahre angestiegen, was dem geringen Wachstum zu schulden ist. Unilever gehört wie auch Procter & Gamble (die ich schon im letzten Jahr verkauft hatte) zu den Konsumriesen, die alle mehr oder weniger krampfhaft versuchen ihr Produktportfolio zu modernisieren, neu aufzustellen oder zusammen zu streichen. Viel Wachstum ist da jedenfalls in den nächsten paar Jahren nicht zu erwarten. Nachdem auch die Dividendenrendite auf unter 3% gesunken ist (was für mich eine wichtige Marke darstellt) habe ich beschlossen, mich von Unilever zu trennen.


Mehr noch als bei Unilever hat beim Verkauf von GFT die Paybacktime eine Rolle gespielt. Als die Aktie am Montag einen dicken Satz machte, habe ich neu kalkuliert. Bei einem solchen Unternehmen, wo sehr schnell etwas schief gehen kann, möchte ich nicht mehr als 10 Jahre warten, bis ich mein Investment wieder drin habe. Das entspricht einer Verzinsung von 7% und ist dem Risiko nicht angemessen, auch wenn das Geschäftsmodell weiterhin stimmt. Seit Kauf hat sich die Aktie mehr als verdreifacht und bei meiner letzten Besprechung lag ihre Bewertung noch im Rahmen. 


Vielleicht hilft der Vergleich mit Starbucks. Hier steht die Paybackzeit bei über 10,5. Der große Unterschied liegt meines Erachtens im sehr viel größeren Vertrauen gegenüber der Wachstumsstory des Unternehmens. Bei Starbucks müsste schon ein Riesenskandal kommen, um das Wachstum zu bremsen und so lange da am Horizont keine Wolken zu sehen sind, werde ich dabei bleiben. Bei 11,5 wäre dann aber auch bei Starbucks das Ende der Fahnenstange erreicht und dann würde ich verkaufen. Kaufen würde ich jetzt aber auch nicht mehr.

 

Zusammengefasst

Je mehr ich mich mit den Paybackwerten beschäftige, desto mehr bekomme ich ein Gefühl, wann Werte stimmen und wann nicht. Man muss mit der Tabelle einfach mal herumspielen, um herauszufinden, wie sich Wachstumsanpassungen oder Dividenden auswirken. Man darf die Werte aber auch nicht überbewerten: Das Ganze ist nur ein Hilfsmittel, nicht mehr, das mir sagt was ich für mein Risiko, in eine Aktie zu investieren, bekomme. Die Abwägung der Risiken steht immer noch an erster Stelle, die Bewertung erst an zweiter. 


Was und ob ich demnächst eine neue Aktie in mein Depot lege, werdet ihr umgehend erfahren. Noch ist aber nichts entschieden. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich?


Allen Lesern wünsche ich eine schöne Woche.

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Kommentare: 17
  • #1

    Schildkröte (Dienstag, 14 Juli 2015 17:26)

    Du solltest bei Deinem System noch den steuerlichen Effekt berücksichtigen, welcher bei Dividenden und Verkäufen zum tragen kommt. Des Weiteren stellt sich die Frage, ob die Erträge aus Dividenden und insbesondere Verkäufen zeitnah adäquat reinvestiert werden können. Je nach Depotgröße und Broker spielen die Ordergebühren ebenfalls eine mehr oder weniger relevante Rolle, was sich entsprechend auf die Performance auswirkt.

    Unilever sowie Procter & Gamble sind träge Dickschiffe. Als Basiswerte bzw. Stabilitätsanker im Depot sind sie sicher nicht verkehrt. Aber Wachstumsorientierte sind sie seit einiger Zeit nur bedingt. Deshalb stößt Procter & Gamble im Moment viele wachstumsschwache Sparten ab. Das hat der wachstumsstarke Colgate-Palmolive längst hinter sich, der sich etwa einst von Gard oder weitestgehend vom margenschwachen Geschäft mit Waschmitteln getrennt hat. Dafür zahlt man beim Weltmarktführer für Zahnpflegeprodukte auch ein höheres KGV und hat eine niedrigere Einstiegsdividende.

  • #2

    Portfolio Romanum (Mittwoch, 15 Juli 2015 07:57)

    Hallo,
    da du ja auch gerne in Nebenwerte investierst: Was ist deine Meinung zu Hornbach?
    Liebe Grüße

  • #3

    Tobi (Mittwoch, 15 Juli 2015 10:35)

    Hi,
    also wenn ich mir das so anschaue, dann scheint mir einmal mehr der Medizinbereich mit recht teuren Unternehmen besetzt zu sein. Gerade Paion und AAP stechen da ja mit mangelnden Gewinnen heraus. Ich nehme mal an, dass du da (wie ich z.B. bei Hypoport) einen hohen Gewinnstrom in der Zukunft siehst. Aber vielleicht kannst du ja mal einen Artikel schreiben, was dich da so sicher macht, dass gerade diese bald Gewinne einfahren werden, und wie viel das sein könnte?
    Ansonsten, weil du nach Tipps fragst: die Paybackzeit bei Vorzügen von Sixt oder BMW (letzteres leider mit China-Risiko) dürfte ganz gut aussehen, und Sixt ist momentan mit der US-Expansion auf starkem Wachstumskurs ;) Die gerade oben vorgeschlagene Hornbach finde ich ebenfalls interessant, genau wie Sixt: Familiengeführt, quasi nur organisches gutes Wachstum und wie Sixt mit das profitabelste Unternehmen seiner Branche, während Wettbewerber teilweise rote Zahlen schreiben. Vielleicht schreib ich demnächst auch mal darüber.

  • #4

    Christian (Mittwoch, 15 Juli 2015 11:49)

    @Schildkröte: Den steuerlichen Effekt berücksichtige ich durchaus, jedenfalls bei Dividendenaktien. Bei GFT ist es mir zwar nicht egal, aber da ich diese Aktie ohnehin nicht als Ewigkeitsinvestment angesehen hatte, muss ich früher oder später doch in den sauren Apfel beißen. Bei Unilever ist der Effekt nicht so hoch. Ob ich dafür ein Ersatzinvestment finde ist aber erst einmal fraglich. Vermutlich verpasse ich jetzt die letze Ralley, aber vielleicht auch nicht.

    Colgate ist mir definitiv zu teuer. Das Wachstum ist zwar höher, aber das gleicht den hohen Preis aktuell nicht aus (ich kann aktuell leider nicht auf meine Paybackliste zurückgreifen, da habe ich sie erst kürzlich durchgecheckt.) Ich glaube bei Colgate sind die Leute bereit für ein superstabiles Geschäftsmodell viel Geld zu zahlen. Nachvollziehbar, aber für mich zu viel.

    @Porfolio Romanum + Tobi
    Hornbach als Unternehmen finde ich genauso wie Tobi ziemlich gut. Was mir aber einfach nicht gefallen will, ist die Branche. Ich glaube ja nicht, dass der Wettbewerb da in nächster Zeit abnehmen wird. Hornbach begleitet mich schon eine ganze Weile auf meiner Watchlist genauso wie Sixt. Mit letzterer hätte ich sicher viel Geld verdienen können. Momentan kommen sie ja etwas zurück. Die Kurssteigerung ist aber auch sehr stark auf eine aktuell deutlich höhere Bewertung zurückzuführen. Ich kannte die eigentlich nur bei KGVs von maximal 10. Bei Hornbach ist es dasselbe.

    Zum Medizinbereich: AAP und Paion sind mit dem Payback Bewertungschema nicht zu analysieren. AAP ist gerade erst auf dem Weg in die Gewinnzone (Über das Geschäftsmodell habe ich ausführlich hier geschrieben: http://www.stock-blog.de/2015/01/21/patente-aap-implantate/ und später nochmal: http://www.stock-blog.de/2015/05/12/neuigkeiten-aus-dem-gesundheitswesen-und-andere-misshelligkeiten/) Doof dass man hier keinen Direktlink einstellen kann. Bei AAP bilde ich mir ein zu kapieren worum es geht und außerdem habe ich eine Fachperson daheim.

    Paion ist ohnehin ein Sonderfall in meinem Portfolio und passt in keine einer Strategien. Normalerweise spekuliere ich nicht auf irgendwelche Medikamentenerfolge, dazu verstehe ich zu wenig davon. Bei Paion hatte ich aber einige Infos aus Krankenhauskreisen zum aktuell verwendeten Wirkstoff, so dass ich mich habe hinreißen lassen. Wenn dich das interessiert, schreibe ich dir das lieber per Mail.

    Zu BMW: Von Autoaktien lasse ich eher die Finger. Das ist ein ständiges Auf- und Ab und die Verkaufszahlen für die nächsten Jahre kaum prognostizierbar. Gerade bei BMW (ein gut geführtes Unternehmen) steht das von dir erwähnte Chinarisiko im Raum. Wenn der Regierung plötzlich die vielen BMWs in den Straßen nicht mehr gefallen, dann ist der Ofen aus.
    Von daher orientiere ich mich lieber an den Zuliefern, die unterliegen mit ihrem breiteren Kundenkreis nicht so sehr diesem Einzelfallrisiko. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich gerade jetzt in diesem Bereich wieder aktiv werden sollte, da die Nachfrage nach Autos gerade weltweit abbröckelt. Die Maschinenbauer haben ja gerade ihre Konjunkturprognosen auch zurückgenommen.

  • #5

    Tobi (Mittwoch, 15 Juli 2015 12:02)

    Das mit den Autoaktien sehe ich genauso, die Risiken bezüglich der Konjunktur sind mir da auch bei so niedrigen KGV wie aktuell zu gefährlich. Außerdem spielt da staatliche Regulierung (Abgase) und Moden/Design der Modelle als zusätzliches Risiko mit rein. Auf der anderen Seite denke ich, dass der Automarkt in Europa (vor allem im Süden) noch Nachholpotential hat und wahrscheinlich nicht so schnell völlig einbricht.

    Was den Wettbewerb bei Baumärkten angeht, sehe ich das eher als einen Pluspunkt: Wer in einem harten Wettbewerbsumfeld so dauerhaft profitabel arbeiten kann wie Hornbach, muss ein ausgezeichnet gutes Unternehmen sein. Sollte der Wettbewerb nachlassen, kann man mehr Gewinn machen. Sollte er steigen, machen die anderen Verluste und gehen aus dem Markt (wie Praktiker) - dann steigt halt der Marktanteil. Unternehmen die nur bei schwachem Wettbewerb glänzen finde ich viel gefährlicher.
    PS: Ich schick dir mal ne Mail ;)

  • #6

    Christian (Mittwoch, 15 Juli 2015 12:05)

    Da jemand mich per Kontakt auf die Admiral Group plc angesprochen hat, möchte ich hier eine kleine Warung aussprechen, dass trotz oder gerade wegen der verführerischen Dividendenrendite von über 6%, das Unternehmen mit großer Vorsicht anzufassen ist.

    Als ich mir vor einem Jahr das Unternehmen mal angeschaut habe, lag die Payoutrate bei über 90% und - was entscheidend war - seit 2010 oberhalb des freien Cashflows.

    Jetzt habe ich noch mal kurz in den Geschäftsbericht von 2014 geschaut und was ich gesehen habe, hat mir nicht gefallen:

    EPS: 104,4p → 102,8p
    Op. Cashflow: 617 → 540 Mio. Pfund
    Free Cashflow: 223 → 169,4 Mio Pfund (eigentlich 40Mio niedriger, aber vermutlich irgendein Sondereffekt)
    Div: 94,4p → 100p

    Um weiterhin Dividenden zu zahlen und Liquidität zu haben, wurde eine Nachranganleihe in Höhe von 200Mio Pfund ausgegeben, so dass der Cashbestand erhöht werden konnte. Eine äußerst fragwürdige Vorgehensweise.

    Das KBV liegt (laut Onvista) 2014 über 6, was für ein Versicherer eine ziemliche Hausnummer ist. (Zum Vergleich: Allianz knapp über 1)
    Das KGV irgendwo bei 15, ebenfalls sportlich für einen Versicherer.

    Der Gewinn ist zwar nur leicht gesunken, in Wahrheit sind die Rückgänge im Geschäft deutlicher. Das Prämienvolumen ist schon in den Vorjahren gesunken (und das trotz steigender Kundenzahlen!), konnte aber durch eine verbesserte Marge aufgefangen werden. Diesmal nicht. Durch ein gutes Händchen bei der Finanzanlage kann die Schwäche des operativen Geschäftes überdeckt werden. Viel mehr Sorgen macht mir allerdings die Abnahme des operativen Cashflows um über 10%. Was dahinter steckt kann man nur vermuten, aber das sieht gar nicht gut aus.

    Von Wachstum kann nicht die Rede sein, außerdem erscheint es mir zweifelhaft, ob die Dividendenhöhe nachhaltig ist. Onvista sieht das genauso und geht von einer sinkenden Dividende im nächsten Jahr aus. Es sei denn man glaubt an das Geschäftsmodell der spezialisierten Versicherung und dass sich der Markt demnächst wieder dreht. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt.

  • #7

    Tobi (Mittwoch, 15 Juli 2015 14:11)

    Hab mich mit Admiral noch nie genau befasst, eventuell leiden sie an den geringen Zinsen die der ganzen Versicherungsbranche das Leben schwer machen. Der Grund für den Rückgang wäre auf jeden Fall erst einmal herauszuarbeiten hier. Es ist aber wohl keine normale Versicherung, sondern vermittelt viel nur weiter. Interessante Admiral-Artikel:
    http://commentsonpositions.blogspot.co.at/2014/05/admiral-group-ein-blick-in-die-business.html
    http://commentsonpositions.blogspot.co.at/2013/12/admiral-group-plc-eine-hochprofitable.html

  • #8

    Schildkröte (Mittwoch, 15 Juli 2015)

    BMW und Sixt sind Zykliker par excellence. Man beachte bitte die drastischen Gewinnrückgänge und Dividendenkürzungen während der Krise. Soviel zur Kalkulierbarkeit, wann man bei diesen beiden Unternehmen sein Geld "zurückverdient" hat.

    Admiral hatte ich mir mal angesehen. Das Unternehmen ist finanzstrategisch ausgeklügelt aufgestellt und fundamental nur schwer mit anderen Versicherern vergleichbar. Allerdings basiert das Geschäftsmodell auf der sehr schwierigen Kfz-Versicherung. Wer's mag.

  • #9

    Christian (Mittwoch, 15 Juli 2015 18:13)

    Wenn ich sehe, dass ein Unternehmen mehr Dividenden raushaut als Cash einimmt, gehen bei mir alle Warnlampen an. Da schaue ich gar nicht mehr auf das Geschäftsmodell. CPSI ist dazu ein guter Vergleich. Da ist die Auszahlungsquote ähnlich hoch, doch immer noch deutlich niedriger als der Cashflow. Dazu dann auch keine Schulden.

    BMW halte ich momentan auch für eine riskante Angelegenheit. Am besten kauft man solche Unternehmen frei nach Karl Napf während bzw. direkt nach einem Crash. Und weil alle die Prognosen stark heruntergeschraubt haben, dann noch nicht einmal zu niedrigeren Bewertungen als jetzt.

  • #10

    Alexander (Donnerstag, 16 Juli 2015 17:58)

    Interessanter Ansatz. Wie aktualisierst Du Deine Werte? Ich habe mal yahoo-finance in meine Excelübersicht eingebunden, was aber ständig zu Problemen führte (falsche Aktien, falscher Börsenplatz, Zeilen wurden hinzugefügt oder verschwanden). Google soll da nicht schlecht sein.
    Wäre für einen Tipp dankbar.

  • #11

    Christian (Donnerstag, 16 Juli 2015 20:10)

    Hi Alexander,

    das klappt schon, auch mit Yahoo, ist aber ein Gemurkse. Alle anderen haben leider keine deutschen Aktien dabei (also Google oder MSN, wobei letzteres wohl sowieso seit neuestem nicht mehr funktionieren soll)

    Wenn du das aus Yahoo importierst, muss das Kürzel stimmen. Jede Aktie hat zu jedem Börsenplatz ein eigenes Kürzel. Kennst du Portfolio Performance? Da geht das genauso. Das Kürzel muss man sich raussuchen, indem man bei Yahoo den Unternehmensnamen sucht, dann tauchen unterhalb der Suchleiste die Möglichkkeiten auf (z.B. Börse Frankfurt, Börse Xetra oder Nasdaq)

    Mein "Programm" dazu habe ich im Aktienboard gefunden, wo ein User namens Smoke sich damit viel Arbeit gemacht hat. Im Forum einfach mal die Suchworte Yahoo und importieren eingeben oder diesen Link kopieren: http://www.aktienboard.com/forum/f29/kostenlose-yahoo-daten-excel-t120883/ Man stößt schon direkt am Anfang des Threads auf die richtigen Infos.

    Ich muss sagen, dass es funktioniert, solange ich seine Originaldatei verwende. Die habe ich dann einfach ausgebaut. Ich hab aber auch inzwischen wieder vergessen, wie ich es genau gemacht habe, aber ich glaube er beschreibt es ganz gut. Und wenn ich das kapiert habe, mit meinem minimalen Excelfähigkeiten, dann wird das jeder andere auch kapieren. Mit meiner neuesten Excelversion geht es auch nur, wenn ich die Datei im alten "Status" belasse. Insgesamt aber eine große Arbeitserleichterung.

  • #12

    Alexander (Donnerstag, 16 Juli 2015 21:53)

    Danke Dir, am WE schau ich mir das mal an.

  • #13

    markymark (Donnerstag, 16 Juli 2015 22:53)

    Glückwunsch zum GFT Gewinn! Gewinne mitnehmen kann nicht schaden. Aber es ist häufig ein Fehler, gerade solche Aktien zu verkaufen, die sehr trendstark sind und jede Marktbewegung nach oben gleich mitgehen. Solche Qualitätswerte werden von Marktteilnehmern hochgeschätzt und bevorzugt, selbst in volatilen Zeiten. Das liegt nicht zuletzt an der Story und den Zahlen.

  • #14

    Covacoro (Freitag, 17 Juli 2015 00:33)

    Interessantes System und sicher gut, um disziplinierter zu agieren. Ich möchte nur anmerken, dass wie man am Shiller-KGV / CAPE sehen kann die "Bewertungen" am Markt größeren Schwankungen unterliegen. Es gibt also Phasen, wo sehr hohe KGV's für Aktien gezahlt werden, die Dividendenrenditen niedrig sind und entsprechend die Payback-Zeit für alle Aktien ansteigt. Wenn man dann zu früh verkauft, weil man das nicht berücksichtigt... Ich denke daher, dass man nicht starr festlegen sollte, wie hoch die maximale Payback-Zeit sein darf, sondern es einer gewissen Justage bedarf. Es ist nämlich ein Unterschied ob ich 7% Rendite und Rückzahlung in x Jahren erwarte bei einem Umfeld mit "risikolos" 5% auf Staatsanleihen oder ob ich das tue, wenn es nur 0.5% dort gibt. Nur so ein Gedanke.

  • #15

    Christian (Freitag, 17 Juli 2015 10:46)

    Hi markymark.
    Ich kenne ja deinen Anlagestil, daher überrascht mich deine Meinung nicht. Als ich den Entschluss zum Verkauf gefasst hatte, kam mir durchaus der Gedanke, dass ein Charttechniker, bzw. Trendfolger hier wahrscheinlich anders agieren würde. Aber darum habe ich mich noch nie gekümmert, das ist nicht wirklich so mein Ding. Man muss sich auf das konzentrieren, was man kann.

    @Covacoro: Ich habe auch keine starre Festlegung, sondern die variiert mit dem Aktientyp und vor allem mit dem individuellen Risiko. Im Prinzip müsste ich jedem Wert zusätzllich eine Risikoklasse zuordnen und dann eine Paybackspanne zuweisen. Aber das wäre mir dann wieder zu mechanisch.

    Bei der Bewertung des Gesamtmarktes bin ich bei dir. Viele vergessen ja, dass der Vergleichsmaßstab die Zinsen sind und solange das so bleibt, höhere Bewertungen "erlaubt" sind. Das Shiller KGV finde ich nicht so besonders aussagekräftig. Da spielen Ausreißer wie 2009 (?) wo es ein Index KGV beim S&P 500 von über 70 gab, eine zu große Rolle. Warum nicht einfach den aktuellen KGV Wert nehmen und in Relation zum Zinsniveau stellen? Das reicht doch völlig aus.

  • #16

    Schildkröte (Freitag, 17 Juli 2015 12:02)

    @ markymark:
    Schön,hier von Dir zu lesen! Unser Gastgeber hat ja zum Teil ähnliche Aktien wie Du auf dem Radar. Ich selbst mische meinem vorwiegend aus Standardwerten bestehenden Depot ebenfalls den einen oder anderen Nebenwert bei. Diese Woche ist Gerresheimer in mein Depot gewandert. Bevor man dieses Unternehmen "versteht", muss man sich allerdings mit der Firmengeschichte der letzten zehn, fünfzehn Jahre beschäftigen. Das Unternehmen wurde nämlich von einem Private Equity - Unternehmen, welches das Unternehmen von der Börse nahm, das Geschäftsmodell völlig umstellte und es dann erneut an die Börse brachte. Das ganze in einer Art und Weise, über die man sich streiten kann.

    @ all:
    Ja, die Börse korreliert sehr stark mit den Zinsen bzw. der Geldpolitik der Notenbanken. Fed-Chefin Janet Yellen hat bereits angedeutet, dass das Fed den Leitzins in den USA zum Ende des Jahres anheben wird. Entscheidend ist jedoch nicht, wann und wie hoch das Fed den Leitzins beim ersten Mal erhöht. Viel relevanter ist, in wie vielen Schritten und in welcher Höhe der Leitzins danach (sagen wir auf Sicht von zwei Jahren) erhöht. Bei einem Leitzins von 1,x% ist das für Börsianer ja eigentlich immer noch ein gutes Umfeld. Bei 3 oder 4 % hingegen wird es ungemütlich.

  • #17

    Alexander (Sonntag, 19 Juli 2015 11:02)

    @Christian
    Auch wenn es nicht ganz beim Thema ist, ich habe mal die Kursabfrage von smoke in meine Excelldatei reingebastelt. Funktioniert bisher sehr gut. Danke nochmal für den Tipp.