Depotübersicht Mai 2015 - Aufstockung CPSI

Ein gemächliches Auf und Ab, wobei das Auf etwas überwog, kennzeichnet die Entwicklung des Depots in diesem Monat. Im April sind 2,3 Prozentpunkte hinzugekommen, so dass seit dem 1. Januar 13,6% Rendite zu Buche stehen. Über die weitere Entwicklung des Aktienmarktes mag ich nicht spekulieren. Immerhin stellle ich fest, dass die ja teils sehr heftigen Kursausschläge des DAX an meinem Portfolio vorbeigehen.



Gestern am 01. Juni habe ich dann noch eine Verdoppelung meiner CPSI Position vorgenommen. Wieso und Warum, werde ich weiter unten kurz erläutern. In den Grafiken unten ist diese Transaktion aber nicht mehr enthalten.

 

Gewinne und Verluste - die  Werte im Einzelnen

Die Gewinne und Verluste beziehen sich auf den ersten Januar bzw. auf den jeweiligen Kaufkurs. Habe ich Verkäufe oder Zukäufe gemacht, wird der Kaufkurs entsprechend angepasst. Mit IZF etc. zu arbeiten ist mir bei Einzelwerten zu aufwendig. Nur die Gesamtrendite wird per Xintzinsfuss ermittelt, allerdings nicht auf das gesamte Jahr hochgerechnet.


Wie sich in meinem letzten Beitrag schon andeutete, hat Dr. Hönle kräftig aufgeholt und sich Performancemäßig an die Spitze gesetzt, wobei auch  GFT Technologies immer noch in der Nähe ihres Allzeithochs notieren. Leider ist der Anteil von Dr. Hönle an meinem Portfolio relativ gering.

 

Wie schnell sich Gewinne wieder verflüchtigen können, zeigt sich bei AAP Implantate. Mitte letzten Jahres lag die Aktie zwischenzeitlich bei 3,40€. Nun ist sie wieder dort angekommen, wo sie Anfang des Jahres bereits war. Da ich die Erfolgsaussichten der Produkte aber für sehr gut halte (in den USA haben sie mit  dem Vertrieb noch nicht einmal begonnen), macht mir dieser Kursverlauf relativ wenig aus. Da wechseln sich bei den Aktionären Hoffen und Bangen miteinander ab, zumal es reale Zahlen noch immer nicht gibt und wenn, dann sind sie wenig aussagekräftig.

 

Durch eine besondere Volatilität zeichnet sich auch Cewe Color aus, und das, ohne dass irgendwelche Nachrichten den Preis beeinflussen würden. Kursbewegungen um die 2 bis 3% täglich sind da normal und das schon seit Monaten, wobei der Kurs insgesamt sich relativ wenig bewegt. Da staunt der Experte und der Laie wundert sich ...

 

Von meinen zwei Neuerwerbungen hat sich insbesondere die Restaurantkette Cracker Barrel vom Start weg gut entwickelt, was auch mit dem jeweiligen Dollarkurs zum Kaufdatum zu tun hat. Dorman Products hält sich wacker, aber bei beiden ist natürlich die langfristige Entwicklung abzuwarten.

 

Nachkauf CPSI

Mir ist natürlich klar, dass viele Leser einen kleinen US Wert mit knapp 200Mio USD Umsatz und einer Marktkapitalisierung von weniger als 600Mio USD als zu klein und zu riskant empfinden. Noch im letzten Jahr hätte ich mich selbst nicht getraut, so eine Aktie anzufassen, aber man muss sich einfach einarbeiten und wie in diesem Fall ein Gefühl dafür bekommen, wie der amerikanische Gesundheitsmarkt funktioniert. CVS und Parexel waren hier für mich die Türöffner.


Bei CPSI ist mir einfach nochmals die günstige Bewertung aufgefallen (s.u.), die sich aus der aktuellen Schwäche des Geschäftes ergeben hat. Ich habe nochmals alles gelesen, was über CPSI in den letzten Monaten geschrieben wurde und mir intensiv den Earnings Call Transkript vom letzten Quartal bei Seeking Alpha zu Gemüte geführt. Mir gefallen einfach Unternehmen, die keine Schulden haben und ganz simpel ihre Gewinne, die nicht für Investitionen gebraucht werden mehr oder weniger komplett an die Eigner ausschütten. (Dividendenrendite aktuell 4,8%) Von dieser Sorte hätte ich gerne noch ein paar mehr. Jedenfalls habe ich die Gelegenheit genutzt meine Position zu verdoppeln. Der Kurs in US-Dollar war in etwa derselbe wie beim ersten Mal, dafür war aber der Dollarkurs etwas günstiger.


Dividenden

Während es im April überhaupt keine Dividenden gab, waren es im Mai umso mehr. Gezahlt haben AT&T, CVS, General Mills, Init, SHW, Starbucks und auch Uzin Utz (kurz vor dem Verkauf). Insgesamt wurden in diesem Jahr damit rund 1370 € an Dividenden eingenommen, was gar nicht mal schlecht ist, wenn man in Betracht zieht, dass ich viele Unternehmen habe, die keine oder nur geringe Dividenden zahlen. Da ich mir nicht ausrechne, wie viele Dividenden bis Ende Jahr einlaufen werden, bin ich gespannt, wie das dann aussieht.

 

Depotaufteilung

CPSI dürfte entgegen der Darstellung jetzt bei knapp 7% liegen. Immer noch im Depot ist die Freseniusanleihe, die irgendwann im Herbst fällig wird. CVS Health (ich könnte den Namen in meiner Tabelle ja endlich mal korrigieren) bleibt unangefochten die dickste Postion, was ich auch keinesfalls ändern möchte. Insgesamt sind zwanzig unterschiedliche Unternehmen im Porfolio  vertreten. Mit dieser Zahl fühle ich mich ziemlich wohl, schließe aber nicht aus, dass es noch mehr werden könnten. Eine feste Regel habe ich nicht.

Die aktuelle Bewertung

Ich bin noch einmal im Detail alle Aktien im Depot durchgegangen, um meine Bewertungstabelle auf den neuesten Stand zu bringen und Fehler zu korrigieren. (Wie das Bewertungssystem funktioniert wird hier erklärt.) Als maßgeblichen KGV bzw. PE Wert nehme ich immer den vom vergangenen Jahr, also im Regelfal 2014. Wenn dann ab Juli die Halbjahresberichte herauskommen, werde ich auf das Jahr 2015 übergehen. Bei den Unternehmen, die vom Kalenderjahr abweichende Geschäftsjahre haben, habe ich das bereits jetzt gemacht, z.B.bei Starbucks, deren Geschäftsjahr am 30.09. endet. Das gibt dann natürlich gewisse Sprünge in der Paybackzeit, ist aber nicht zu vermeiden, denn irgendwann muss man  den Schnitt machen.

 

Bei der Neubewertung von CVS nach dem Kauf von Omnicare, ist mir verstärkt klargeworden, dass die Verschuldung bzw. der Buchwert der Unternehmen überhaupt nicht in meine Bewertung mit hineinfließt. Deshalb habe ich mir die Mühe gemacht, das Dept/Equity Verhältnis (Gesamtverschuldung/Eigenkapital) mit in die Tabelle aufzunehmen. Vermischen möchte ich das aber nicht, zumal ja die Schuldzinsen über die Gewinne bereits in die Paybackzeiten einfließen. 


Es sei aber nochmals darauf hingewiesen, dass die Bewertung zwar ein wichtiges Kriterium ist, aber an erster Stelle immer das Geschäftsmodell steht. (Siehe mein Stockpicker Manifest) Daraus leitet sich für mich die Stabilität des Wachstums und das mit einem Unternehmen verbundene Risiko ab. Das lässt sich leider nicht so einfach in einer Zahl wiedergeben. Bei vergleichbaren Geschäftsmodellen, kann die Zahl aber einiges darüber aussagen, ob sich z.B. ein Nachkauf anbietet oder nicht. Dies funktioniert z.B. besonders gut für die großen Dividendenwerte. Im Falle des Nachkaufs von CPSI habe ich das System in diesem Sinne zum ersten Mal praktisch genutzt.


Kurzerklärung der Bewertungstabelle: Aus dem jährlichen Gewinn, zuzüglich des prognostizierten Wachstums sowie der zu erwartenden Dividenden, wird berechnet, wie lange es braucht, bis der aktuelle Kurswert gewissermaßen abbezahlt ist. Im Prinzip also eine Art erweiterter KGV Begriff. Formeln und auch eine Beispieltabelle zum herunterladenn findet ihr hier.

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Kommentare: 2
  • #1

    Alexander (Mittwoch, 03 Juni 2015 17:42)

    Die Verdopplung der Position von CPSI halte ich für durchaus vertretbar und 200 Mio ist ja nicht so klein, wie bei einigen deutschen Nebenwerten mit 14 Mio Marktkapitalisierung. Der Depotanteil ist nicht übermächtig und wenn es läuft, ist eine schöne Rendite drinnen. Ich gehe davon aus, dass Du aktiv die Firma verfolgst und deshalb im Notfall die Reißleine ziehst. Bei einem bewussten Management der Position alles richtig gemacht.

  • #2

    Christian (Donnerstag, 04 Juni 2015 12:54)

    Hi Alexander,

    ja, solche Unternehmen muss man tatsächlich eng verfolgen. Das gilt aber genauso für die kleinen Deutschen. CPSI ist halt schon ein bisschen von der Regulation durch die amerikanischen Gesundheitsbehörden abhängig. Wenn sich da was ändert, muss man schnell reagieren.
    Ein Kommentator mit dem schönen Namen Pensionär hat mal gemeint, er würde bei meinen Aktien nicht ruhig schlafen können, womit er meint, dass er eben nicht täglich die Nachrichten verfolgt. Andererseits ist es ja heute sehr einfach, sich Meldungen automatisch zuschicken zu lassen, das bieten die meisten Unternehmen ja heutzutage an. Und in fast jedem Portal kann man ganz schnell checken, ob es Neuigkeiten gibt. Wie Gestern: Da kamen Vorabzahlen von Gesco, die mich zum Verkauf veranlasst haben. Dazu aber später, der Artikel muss erst noch geschrieben werden.