Neues von den Kleinen: Nabaltec und Dr. Hönle

Das Geschäftsjahr bei Dr. Hönle beginnt am 1. Oktober, weshalb jetzt das erste Halbjahr schon herum ist. Die Zahlen aus diesem Halbjahr sind hervorragend. Während die Umsätze, verglichen zum ersten Halbjahr 2013/14, um 9,3% anstiegen, erhöhte sich das Konzernergebnis sogar um 58,7%. Die Umsatzrendite sprang dadurch von 6,7% auf 9,8%.


Aber auch Nabaltec wurde allen Erwartungen gerecht. Beides sehr erfreuliche Berichte, die auch zu kleineren Kurssprüngen geführt haben.


Außerdem gibt es einen kleinen Nachtrag zum Verkauf von Uzin Utz.



Geklebt, nicht gelötet

Besonders erfreulich hat sich der Bereich Klebstoffe entwickelt, der von der weiterhin boomenden Produktion von Smartphones profitierte. Schnelltrocknende Klebstoffe ersetzen hier immer mehr andere Befestigungstechniken. In diesem Zusammenhang ist auch die Meldung zu verstehen, dass Dr. Hönle (bzw. das Tochterunternehmen Panacol) mit einem koreanischen Partner ein Gemeinschaftsunternehmen gründen wird, dass zunächst den Vertrieb, später aber auch die Produktion und die Forschung im Bereich Klebstoffe vorantreiben soll.


Die Probleme der Quarzglasproduktion der Raesch-Gruppe sind gelöst. 7 von 8 Öfen produzieren inzwischen Quarzglasprodukte mit geringen Ausschussraten und bei niedrigen Energiekosten. Im nächsten Geschäftsjahr wird mit einem positiven Beitrag zum Gewinn gerechnet.


Ausblick

Der Ausblick für dieses Jahr kann nach meiner Meinung angehoben werden. Nachdem allein im ersten Halbjahr schon 0,76€ je Aktie eingenommen wurden, darf die bisherige Prognose mit 1,40€ für das gesamte Jahr als zu pessimistisch gelten. Dr. Hönle gibt das anvisierte EBIT mit 12 bis 14 Mio. an, was zu einem EPS von 1,52€ bis 1,77€ führen sollte. Geht man sehr konservativ von einem Ergebnis von 1,50€ pro Aktie aus, ergibt sich ein KGV für 2015 von 15,7. Schaun mer mal, in den einschlägigen Portalen steht jedenfalls noch was anderes. 


Nabaltec: Das erste Quartal

Der Umsatz bei Nabaltec stieg im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 5,4%, während der Gewinn pro Aktie sogar von 0,17 auf 0,26€ anstieg. Die stark verbesserte Marge ist vor allem auf eine sehr gute Auslastung zurückzuführen. Natürlich haben auch die guten Wechselkurse geholfen. Anstelle der geschätzten Dividende von 0,10 € sollen nun zur Hauptversammlung am 30.06. 0,12 € vorgeschlagen werden. Mit 0,8% natürlich nur eine Mickerrendite, aber nachdem längere Zeit überhaupt keine Dividende mehr gezahlt wurde, ein erster Fortschritt.


Der Ausblick der Analysten ist eher konservativ: 0,93€ Gewinn je Aktie erscheinen mir aber auch hier als zu gering geschätzt. Rechnet man den Gewinn des ersten Quartals hoch, sollte ein Gewinn pro Aktie von einem Euro oder mehr herausspringen. Das führt zu einem KGV von unter 15 für dieses Jahr. Mit dem Ausbau der Produktionsstätten in den USA und der guten Marktposition von Nabaltec bleiben auch die langfristigen Aussichten gut, auch wenn sich das Wachstum in der nächsten Zeit abflachen sollte, denn irgendwann dürfte die Marge ausgereizt sein.


Nur die hohe Volatilität der Aktie muss man aushalten und die hat es wirklich in sich. 


Uzin Utz: Eine Kursrakete zieht die Analysten an

Kurz nach meinem Verkauf von Uzin Utz gab es prompt zwei Empfehlungen zum Kauf der Aktie. Einmal von der Montega AG, die eine Erststudie vorgelegt hat sowie von der Platow Börse. Erstere beziffert ihr Kursziel mit 45€, sieht also ein Kurspotential von 12,5% (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung). Interessant finde ich, dass die Analysehäuser auf die Qualität solcher Unternehmen erst dann aufmerksam werden, wenn der Kurs schon bedenkliche Höhen erreicht hat. Da mag sich jeder sein eigenes Urteil bilden, meiner Ansicht nach befinden wir uns bei Uzin Utz schon seit einer ganzen Weile in einer Übertreibungsphase.Dass diese noch eine längere Zeit andauern kann, ist allen Stockpickern sehr wohl bewusst und erst die nächsten Jahre werden zeigen, ob das Unternehmen seinen aktuellen Preis tatsächlich wert ist.

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Kommentare: 2
  • #1

    Schildkröte (Freitag, 29 Mai 2015 12:41)

    Panacol, das Tochterunternehmen von Dr. Hönle, ist ein Joint Venture mit einem koreanischen Unternehmen eingegangen. Wie hoch ist hier die Gefahr hinsichtlich Industriespionage bzw. asiatischen Billigkopien? Der Trend zum Verkleben ist in der Tat sehr stark in der Industrie. Weltmarktführer um Bereich der Klebstoffe ist übrigens Henkel. Da Klebstoffe für die Industrie aber sehr konjunkturabhäng sind, ist der Waschmittelfabrikant und Haarpflegeproduktehersteller Henkel deswegen auch deutlich zyklischer als Procter & Gamble, Unilever, Colgate-Palmolive etc.

  • #2

    Christian (Freitag, 29 Mai 2015 19:43)

    Auf der nach oben offenen Skala für die zyklischen Abhängigkeiten von Unternehmen, steht Dr. Hönle wohl tatsächlich ziemlich weit oben. Das Verlsutjahr in der Finanzkrise hat es gezeigt.

    Wie hoch die Gefahr von Industriespionage ist, kann ich nicht einschätzen. Aber aus Angst vor dem Tod, Selbstmord zu begehen ist ja auch keine Lösung. Bei Smartphones, Tablets etc. spielt die Musik nun mal in Asien. Außerdem fängt die Zusammarbeit ja ganz gemütlich mit dem Vertrieb an. Dann kommt irgendwann die Produktion und später - vielleicht - auch mal die Forschung und Entwicklung.