Dr. Hönle - ein strahlendes Unternehmen

Die Überschrift mag etwas zu hoch gegriffen sein, aber buchstäblich ist sie korrekt. Denn bei Dr. Hönle dreht sich alles um UV- oder Infrarotstrahlung und deren Anwendung. Am 20. März hat Dr. Hönle zur Hauptversammlung gebeten und am Folgetag, wie in Deutschland üblich, seine Dividende ausgezahlt. Dazu kommt der schon etwas zurückliegende Quartalsbericht für das erste Quartal des Geschäftsjahres 14/15, das bei Dr. Hönle im Oktober beginnt. Hier ein kleiner Überblick über das Unternehmen.


Langjährige Unternehmensentwicklung in Bildern

Umsätze, Betriebsergebnis (EBIT) und Aktienkurs auf einen Blick (zum Vergrößern auf die Diagramme klicken).

Quelle: Unternehmenswebsite, Chart von Yahoo

 

Man könnte  meinen, dass Dr. Hönle eine glänzende Entwicklung genommen hat und weiter tun wird, wenn man allein auf die Umsatzentwicklung des Unternehmens schaut. Wie holprig dies vonstatten ging, zeigt die Entwicklung des Betriebsergebnisses und auch der Aktienkurs spiegelt diesen Verlauf wider. Trotzdem gelang es Dr. Hönle über die Jahre im Schnitt sein Betriebsergebnis um 13,7% pro Jahr zu erhöhen.Dass der Gewinn die letzten Jahre stagnierte, hat Gründe, die wohl ausgeräumt sein dürften. Von daher kann man darauf hoffen, dass das nächste Jahr ein deutlich besseres Ergebnis liefern wird. Das erste Quartal des Geschäftsjahres 14/15 (das geht immer schon im Oktober los) lässt sich jedenfalls gut an.

 

Unternehmensportait in Kürze

 

Das Unternehmen ist in drei Bereiche aufgeteilt: (Das erinnert mich an: "Gallia est omnis ..." die Lateiner werden es kennen)

  1. Geräte und Anlagen
  2. Glas und Strahler
  3. Klebstoffe

Geräte und Anlagen:

Dieser Bereich ist in gewisser Weise der Dinosaurier, eine "Cash Cow" nach der bekannten BCG Matrix. Der Umsatz steigt zwar noch, das Ergebnis aber stagniert, trägt allerdings weiterhin stabile 6 Millionen zum Ergebnis bei und soll dies auch in Zukunft schaffen.

 

Glas und Strahler:

Das ist in gewisser Weise ein Turnaround Kandidat, das "Fragezeichen" der BCG Matrix. Die schlechten Zahlen der letzten Jahre sind vor allem auf diese Abteilung zurückzuführen, speziell auf die missglückte Integration der gekauften Raeschgruppe in das Unternehmen. Die Probleme waren aber eher technischer Art und sind nunmehr gelöst. Nach Verlusten im letzten Jahr gab es im ersten Quartal erstmals Gewinne. Diese sollen mit einer Million in diesem Jahr zum Gesamtergebnis beitragen (nach Verlusten von 0,65 Mio  im letzten). Hier traut sich das Unternehmen auch eine Prognose für die nächsten Jahre zu, mit 3 Mio. Ergebnisbeitrag für 15/16 und 5 Mio. für 16/17.

 

Klebstoffe:

Die "Stars", um die Sortierung in die BCG Matrix fortzuführen. Dieser Bereich wächst sehr stark und trägt zunehmend zum Ergebnis bei. Der Umsatz stieg hier im ersten Quartal um 22,7%, der Gewinn um 38,4%. Mit erwarteten 6 Mio. wird dieser Bereich wahrscheinlich im übernächsten Jahr an den "Geräten und Anlagen" vorbeiziehen. Es handet sich dabei u.a. um unter UV Bestrahlung schnell aushärtende Klebstoffe und Schutzlacke (z.B. für Bildschirme). Genaueres über die Produkte erfahrt ihr auf der Website, eine genaue Erläuterung würde den Blog sprengen.

 

Zahlen und Bewertung

 

Bei einer Eigenkapitalquote von 58% liegt die Eigenkapitalrendite bei fast 13%. Für meine Begriffe ausreichend. Als Dividende wurden 0,50 € je Aktie überwiesen, das ist aktuell eine Rendite von 2,4%. Für das nächste Jahr werden 0,60 € erwartet, was dann 2,85% entspräche. Nicht schlecht, aber ein Dividendenwert ist Dr. Hönle damit natürlich nicht.

 

Das KGV liegt für das nächste Jahr (14/15) bei 15,0 und für 15/16 bei 12,8. Für ein Unternehmen mit zweistelligen Wachstumsraten in Bezug auf den Gewinn pro Aktie, ein attraktive Bewertung. Das Hauptrisiko ist bei diesem zyklichen Wert natürlich eine schlechter laufende Konjunktur.

 

 

Zusammenfassung und Ausblick

 

Der Kurs von Dr. Hönle ist in diesem Jahr bereits ordentlich gestiegen, doch auf dem aktuellen Kursniveau finde ich die Aktie noch nicht zu teuer. Aber wie bei so vielen meiner kleinen Aktien fahre ich auf Sicht. Ich hoffe aber, die Aktie noch einige Zeit in meinem Portfolio zu haben, denn es gibt einige vielversprechende Produktentwicklungen, auf die ich hier jetzt nicht eingegangen bin und die sich in Zukunft stark entwickeln könnten. Für das Geschäftsjahr 15/16 könnte der Umsatz erstmals über der 100 Mio. € Marke liegen, was das Unternehmen langfristig interessanter machen könnte. Aber all dies liegt noch in unsicherer Zukunft und bleibt bei der Bewertung selbstverständlich unberücksichtigt.

 

Im nächsten Beitrag dann wieder die Monatsübersicht für den März.

 

Bis dahin alles Gute

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Kommentare: 2
  • #1

    Schildkröte (Sonntag, 29 März 2015 16:38)

    Danke für die Vorstellung! Mir fallen auf den ersten Blick die beiden Jahresverluste 2001/2002 und 2008/2009 auf. Das ist wohl jeweils auf einen starken Umsatzrückgang infolge der Krisen zurückzuführen. Die Umsatzrendite (meines Erachtens ein Manko bei Krones, einem Hersteller für Getränkeabfüllanlagen) sieht in Ordnung aus: http://www.ariva.de/dr._h%C3%B6nle-aktie/bilanz-guv
    Klebstoffe sind sehr konjunkturabhängig. In diesem Segment ist Henkel Weltmarktführer: http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/3M-dient-als-Vorbild-Henkel-Aus-diesem-Klebstoff-wird-Erfolg-gemacht-3699806

  • #2

    stock-blog (Montag, 30 März 2015 18:24)

    Den zyklischen Charakter von Dr. Hönle kann man an Hand der Verlustjahre sofort erkennen. Die Klebstoffe bei Hönle sind aber etwas ganz Besonderes. Dabei werden der Kleber mit Hilfe von UV-Licht super schnell zum Aushärten gebracht, was für gekoppelte Produktionsabläufe natürlich extrem wichtig ist, da will man ja nicht erst einen halben Tag warten. Geklebt werden damit gerne auch elektronische Bauteile, was immer mehr zum State of the art wird.

    Ariva hat ja auch eine ganz nette Übersicht, habe ich ganz aus den Augen verloren, früher war die anders oder? Aktualisiert haben sie aber auch noch nicht wirklich oder sie haben das Geschäftsjahr anders benannt. (Habe ich jetzt nicht nachgeprüft). Stark hinterher hinkt finanzen.net, da stimmt momentan gar nichts, die haben von allen Unternehmen, die bereits Jahreszahlen herausgegeben haben, noch nichts geändert. (Hängen Ariva und finanzen.net nicht zusammen?) Onvista ist da sehr viel schneller, da stimmt das meiste.

    Für verlässliche Zahlen wäre ich bereit auch was zu zahlen. Die ewige Sucherei geht mir ziemlich auf die Nerven. Aber das bietet niemand an oder es ist gleich super teuer.