Patente: AAP Implantate

Wenn man auf die Zahlen der Großen schaut, so entgehen einem manchmal die Kleineren, so passiert bei AAP Implantate, die zuletzt durch heftige Kursausschläge auffielen. Die haben ihre Zahlen vom 4. Quartal bereits am 12. Januar herausgegeben. Das war aber nicht weiter schlimm, denn kurz hintereinander kamen zwei weitere Pressemitteilungen, die fast noch wichtiger für die Beurteilung des Unternehmens sind, als die nackten Zahlen: Die Mitteilung über erteilte Patente in Europa. Vor allem die Meldung von heute ist dabei für die Zukunft vielversprechend, zeigt sie doch, dass AAP noch einiges mehr in der Pipeline hat.


Die Zahlen


Um die Zahlen von AAP richtig einschätzen zu können, muss man wissen, dass sich das Unternehmen bevorzugt auf den Bereich Trauma konzentrieren möchte und andere Geschäftsbereiche abgestoßen hat oder noch abstoßen will. Das betrifft vor allem die Biomaterialien, die im letzten Jahr nicht unerheblich zum Umsatz der AAP beigetragen haben und sogar 10 Prozent zulegen konnten. Diese sollen bereits im ersten Quartal 2015 verkauft werden. Der Umsatz im Bereich Trauma wozu auch die LOQTEQ Technologie gezählt wird, legte insgesamt um 27% zu, der Bereich LOQTEQ selbst um 63%. Vom Gewinn braucht man momentan allerdings noch nicht zu reden, er wird sich in diesem Jahr wohl erstmals einstellen.


LOQTEQ


LOQTEQ selbst ist ein Verfahren mit dem bei Knochenverletzungen spezielle Platten zur Stabilisierung eingeschraubt werden. Dabei entsteht eine besonderes winkelstabile Verbindung und auch größere Spalte können komprimiert werden. Die Fixierung erfolgt mit nur einer Schraube. Die Gefahr von Kaltverschweißungen, was bei Titanmaterialien ein Problem darstellt, ist dabei deutlich geringer, als bei konventionellen Implantaten. Es gibt inzwischen Platten für die verschiedensten Anwendungsbereiche. Im Bild links sind eiige zu sehen. Rechts wird das Verschraubungsprinzip erläutert. Mit nur einer Schraube wird der Knochen zunächst fixiert und dann komprimiert. Das wird durch die Schraubenform erreicht. Zum Schluss wird die Schraube in der speziellen Lochpassung der Platte fixiert.



Patente


Während am 14. Januar eine Pressemitteilung herauskam, in der die spezielle Lochform der LOQTEQ Implantate europaweit geschützt wird, kam heute eine Meldung, die auf weitere Entwicklungsarbeiten hinweist: Schon länger versucht man nicht nur von AAP aus Magnesiumimplantate herzustellen, weil diese vom Körper selbst abgebaut werden können, man also nicht ein zweites Mal einen größeren operativen Eingriff durchführen muss. AAP hat nun eine Magnesiumschraube entwickelt, die innen porös ist, aber eine harte Außenschale besitzt. Dadurch bleibt die Schraube eine bestimmte Zeit stabil, wird dann aber nach einiger Zeit sehr schnell abgebaut, weil eben der Innenraum mit nur wenig Material ausgefüllt ist.


Ich habe keine Ahnung, ob hier ein echter Durchbruch erzielt werden konnte oder ob das nur einer der vielen Versuche in dieser Richtung ist, die sich dann doch nicht durchsetzen. Aber es bietet einen gewissen Einblick, was sich in den „Laboren“ von AAP so alles zu tun scheint. Dazu kommt ja auch die Idee Implantate mit Silber zu beschichten, um bakteriellen Infektionen vorzubeugen. Auch hier besitzt AAP bereits Patente.


Ich bin jedenfalls gespannt, was mit dem Geld angestellt werden soll, dass dann im nächsten Jahr durch den Verkauf der Biomaterialiensparte fließen soll. Warten wir es ab.

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