Zahlen: Unilever und Johnson &  Johnson

Ich hoffe die Marketingspezialisten von Unilever und Johnson & Johnson verzeihen mir die Verunstaltung ihrer Logos, aber da nunmehr der Zahlenreigen  im Neuen Jahr begonnen hat und diese beiden Unternehmen den Anfang gemacht haben, musste ich sie ja beide irgendwie gleichberechtigt hier anzeigen.


Beide haben auf ihre Weise mit Währungsschwankungen und einem sich abschwächenden Wachstum außerhalb der USA zu kämpfen. Noch stehen die Zahlen von Starbucks aus, die ebenfalls in dieser Woche eintrudeln werden. Auf die bin ich besonders gespannt, da ich mit dem Gedanken spiele, meine sehr kleine Position auszubauen. Aber der Reihe nach:


Johnson & Johnson

Bei Johnson und Johnson waren die Anleger etwas enttäuscht. Der Umsatz war im letzten Quartal stärker gesunken, als die Analystenschar erwartet hatte. Die Aktie gab heute in Euro rund 3% nach, fast schon eine kleine Nachkaufgelegenheit. Billig ist sie damit natürlich noch immer nicht, dazu müsste sie schon noch einiges mehr abgeben. Außerdem habe ich schon eine recht große Position und drittens auch noch nicht allzu viel Cash. Also werde ich diese Gelegenheit wohl an mir vorbeiziehen lassen. Aber bevor ich überhaupt zur TAN Nummer greife, werfe ich dann doch lieber vorher nochmal ein Blick auf die Zahlen.


Der Umsatz im gesamten Jahr 2014 ist um 4,2% gewachsen, im letzten Quartal aber um 0,6% gefallen, was die Anleger wohl so irritiert hat. Um Sondereffekte bereinigt, stiegen die Umsätze im vergangen Jahr immerhin um 8% an. Eigentlich gar nocht so schlecht, wenn der Umsatz sich nicht nur auf den Pharmabereich konzentriert hätte. Consumer und Medical Devices schwächelten beide ziemlich. 


Aber wie heißt es so schön: An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Wie ist also der Ausblick? Der Gewinn pro Aktie soll laut Guidance 2015 zwischen 6,12$ und 6,27$ liegen, was bezogen auf den 2014er Gewinn von 5,97$ je Aktie ein Wachstum zwischen 2,5 und 5% bedeutet. Das ist nicht wirklich viel und selbst wenn man dazu noch die aktuell eher mäßige Dividendenrendite von 2,7% hinzuzählt, bleibt nicht besonders viel Gewinn für den Investor übrig. Eigentlich liegt JNJ mit seinem PE von 17 damit schon etwas oberhalb meiner normalen Toleranzbreite und nur die insgesamt steigenden Umsätze besänftigen mich etwas. Also von preiswert kann da aktuell wirklich nicht die Rede sein.


Unilever

Bei Unilever sah es etwas besser aus, obwohl die ja keine Pharmasparte haben, die ihnen den Karren aus dem Mist ziehen können. Bei der Bemessung des Umsatzes hat Unilever seinen eigenen Maßstab: Das „Underlying sales growth“. Dabei rechnen sie alle Einmal- und Währungseffekte heraus und bestimmen ihr eigenes "reales" Umsatzwachstum, das demzufolge um 2,9% im letzten Jahr gestiegen ist. Der Bruttoumsatz insgesamt ist dagegen vornehmlich wegen der sehr starken Währungseffekte um 2,7% gefallen. Das war auch im letzten Jahr schon so. Trotz des Gejammers über China, war es aber vor allem der Umsatz in den Schwellenländern, der zwar weniger stark gestiegen ist als erwartet, aber immerhin doch gestiegen ist. 


Was aber Unilever besonders heraushebt, ist die offenbar gelungene Reduzierung der Kosten. Denn trotz der sinkenden Umsätze ist der Gewinn um 5% gestiegen, die Margen haben sich also deutlich verbessert. Das spricht für das Management. (Ob Procter & Gamble das wohl auch schaffen wird?) Ansonsten ist der Bericht eher sparsam gehalten und es gibt auch keine Guidance für das nächste Jahr. Immerhin verraten sie uns aber wie der „Consensus“ der Analysten aussieht. Nach Abzug von Währungs- und Einmaleffekten soll der Umsatz wieder leicht ansteigen (3,7%) und auch der Gewinn pro Aktie wird dann für 2015 im Durchschnitt 7,6% höher erwartet als 2014, wobei hier die Schätzungen (grob) zwischen 4 und 12% liegen, die Schwankungsbreite also recht hoch ist. Mit einer Dividendenrendite von gut über 3% sehe ich Unilever aktuell jedenfalls etwas günstiger bewertet als JNJ, auch wenn der Vergleich auf Grund der unterschiedlichen Branchenspezialisierungen hinken mag.


Jetzt bin ich jedenfalls gespannt auf Starbucks (mit dem seltsamen Kürze SBUX). Da bin ich ja am ehesten geneigt nachzukaufen, aber da warte ich auf jeden Fall auch erst einmal die Zahlen vom Donnerstag ab.

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