Rückblick 2014 - Kleine Depotshow, Teil1

Mit dem Jahr 2014 kann ich mehr als zufrieden sein. Nach dem sehr guten Jahr 2013 hatte ich eine deutlich gedämpftere Entwicklung erwartet, mich seelisch sogar schon auf einen eventuellen Verlust eingestellt. Doch nachdem nach einigen Höhen und Tiefen im Dezember nochmals ein geradezu wahnsinniger Schub eingesetzt hatte, steht am Ende ein Ergebnis, das dem von 2012 und 2013 fast gleicht. Im dritten Jahr in Folge steht ein Depotgewinn von 22% zu Buche.

Aber schauen wir uns mal die einzelnen Werte an. Die gerade gekauften und kürzlich erst kommentierten lasse ich aus (Init, SHW, AT&T), ebenso wie die im Laufe des Jahres „verlorengegangenen“. Und damit das jetzt nicht zu lang wird, mache ich das in zwei Teilen, morgen oder übermorgen folgt dann der 2. Teil der kleinen Depotschau.


Hier erst einmal der Überblick:

AAP Implantate

Ein medizintechnisches Unternehmen, dass Implantate und Biomaterialien herstellt. Letztere Sparte soll aber abgestoßen werden und man will sich auf den Bereich Trauma spezialisieren (womit hier Verletzungen, insbesondere Knochenbrüche gemeint sind). Wenn ich diese Aktie an ihrem Höhepunkt bei 3,30 oder noch höher verkauft hätte … ja wenn. Aber wie will man dieses Unternehmen auch bewerten, das in den letzten zwei Jahren gerade so eben die Gewinnzone erreicht hat (KGV >200). Hier heißt es Geduld haben: Alle Hoffnung liegt auf der Neuentwicklung LOQTEC, einem Verfahren, mit dem mit nur wenigen Schrauben Knochen fixiert und stabilisiert werden können. Die Umsätze in diesem Bereich haben sich in den ersten drei Quartalen 2014 gegenüber 2013 mehr als verdoppelt. Dazu kommt ein neues vielversprechendes Patent zur Silberbeschichtung von Implantaten, um Infektionen zu vermeiden. Die Achterbahnfahrt des Aktienkurses ist einem größeren Insiderverkauf und einer Meldung zu verdanken, dass sich Zulassungsverfahren in den USA verzögern werden.


Cancom

Diese Aktie habe ich erst in diesem Jahr gekauft, wobei ich voll in das fallende Messer gegriffen habe, aber das bleibt bei meiner Investitionsmethode wohl nicht aus. Volatilität gehört halt zum Geschäft und inzwischen steht die Aktie ja wieder einigermaßen gut da. Großer Hoffnungsträger ist hier das Cloudcomputing und zusätzlich die Expansion in die USA, wobei ich hier der Meinung bin, dass die Amerikaner vielleicht nicht gerade auf Cancom gewartet haben. Und eine Schwalbe (ein erster US-Kunde) macht noch keinen Sommer.


Cewe

Den Fotobuchhersteller kennt vermutlich jeder und er firmiert bei mir unter dem Level „Dividendenwert“. Das liegt vor allem am Geschäftsmodell, das sich auf den Privatkonsum stützt. Allerdings ist Cewe natürlich kein Dividendendickschiff wie Procter und Gamble, sondern ein One-Trick-Pony, auf das man sehr achtgeben muss. Dazu kommt jetzt aber der zunehmende Umsatz im Bereich Onlinedruck, der sich mehr und mehr zu einem zweiten Standbein entwickelt. Momentan kann man von Cewe ein solides Wachstum und eine >3% Dividendenrendite erwarten, wenn auch um den Preis einer sehr hohen Volatitlität.


CVS Health

Das ist einer der Hauptperformancetreiber für 2014. Dabei ist die Aktie trotz ihres Kursanstieges noch immer nicht überteuert, falls denn die Analysten mir ihren Prognosen Recht behalten, die ein Gewinnwachstum von über 14% für die nächsten Jahre „vorhersehen“. Kürzlich wurde angekündigt die Dividende für 2015 um 28% auf 1,35 USD zu erhöhen. Bezogen auf meinen Kaufkurs von 52€ (nach heutigem Kurs 42,6$) entspricht das einem YOC (Yield on Cost) von über 3%, bei einer aktuellen Dividendenrendite von gerade mal 1,1%. Diesem Unternehmen möchte in der nächsten Zeit ohnehin mal einen längeren Beitrag widmen, daher fasse ich mich hier sehr kurz. CVS betreibt eine Drugstorekette, ambulante Behandlungszentren (Minute-Clinics) und ist ein PBM Unternehmen, womit, grob gesagt, versucht wird, Kosten für Krankenversicherte niedrig zu halten. Zuletzt ist es mit der Absicht in die Schlagzeilen gekommen, keine Tabakwaren mehr in ihren Drugstores zu verkaufen, was aber anscheinend und wider Erwarten auf die Umsätze keinen Eindruck gemacht hat.


Dr. Hönle

Ein typischer Wert aus dem Bereich Nischen-Hightech (alles was mit UV-Licht zu tun hat), bei dem man mit vielen Höhen und Tiefen rechnen muss, also nicht wirklich etwas für schwache Nerven. Dr.Hönle ist auch erst seit diesem Jahr in meinem Depot. Momentan ist es teilweise eine Wette auf einen Turnaround, denn ein vor kurzer Zeit zu einem wohl überhöhten Preis übernommener Quarzglashersteller, sollte so langsam wieder in die Spur kommen. Aber auch der Rest des Geschäftes ist wachstumsträchtig, hängt aber naturgemäß stark von der weltweiten Wirtschaftsentwicklung ab.


First Sensor

Ein Wachstumswert, den ich schon länger im Depot habe. Das Unternehmen beschäftigt sich mit jeder Art von Sensorik, von Optik bis Druck. Das seit diesem Jahr neu amtierende Vorstandsteam hat, nachdem es sich selbst erst einmal einen gehörigen Schluck aus der Pulle (günstige Aktien) genehmigt hat, zuletzt die Ziele für das nächste Jahr nochmals deutlich nach oben angepasst. Reagiert hat die Aktie darauf noch nicht. Auch wenn vom Kurs-Hoch bei 11 Euro nur knapp unter 10 übrig geblieben sind, hat sich die Aktie in diesem Jahr ganz erfreulich entwickelt. Mehr als ein Jahr möchte ich dem Unternehmen aber lieber nicht geben. Der 2014er Geschäftsbericht wird es weisen.


General Mills

Noch eines dieser großen Dividendendickschiffe, die sich momentan nicht wirklich in einer glücklichen Lage befinden. Die Margen und das operative Ergebnis sind zurückgegangen, die Umsätze immerhin aber nur wenig. Allerdings ist die Payoutrate inzwischen deutlich über der 60% Marke angekommen. Großes Dividendenwachstum darf man hier also kurz- bis mittelfristig nicht mehr erwarten, auch wenn die Analystenschar dem Unternehmen ein moderates Gewinnwachstum pro Aktie in den nächsten Jahren bescheinigt. Mit dem Kursanstieg zum Ende des Jahres nähert sich die Dividendenrendite zudem der Marke von 3%. Mit einem KGV für 2015 von knapp unter 18, finde ich die Aktie leicht überbewertet, aber noch nicht so stark, dass ich verkaufe würde.


Morgen oder Übermorgen folgt dann der zweite Teil. Bis dann.

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